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Tierrecht | 23.11.2016

Haustier

Tierisches vor Gericht: Streit um Haustiere lässt sich oft nur vor Gericht klären

Sechs kuriose Fälle

Zu laut, zu lebhaft, manchmal gar bedrohlich - geht es um Tiere und ihre Hinter­lassen­schaften, ist der Streit oft erst vor Gericht zu klären.

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7000 Euro für zerbrochene Zahnbrücke

Es ist als freudige Begrüßung gemeint. Doch weil Schäfer­hund Camillo zu stürmisch ist, geht eine Zahnbrücke zu Bruch. 7000 Euro fordert der betroffene Rentner von Camillos Besitzerin, doch deren Versicherung will zunächst nicht zahlen. Beim Oberlandes­gericht München kommt es im Juni 2016 zum Vergleich: Die Versicherer müssen 3250 Euro überweisen.

Quiekende Meerschweinchen müssen umziehen

Laut quiekende Meer­schweinchen in einer Zuchtanlage der Universität Münster treiben eine Anwohnerin zur Ver­zweiflung. Das Verwaltungs­gericht gibt ihr 2013 recht: Zwei Meter Abstand zwischen ihrer Grundstücks­grenze und den Käfigen seien zu wenig - die Nager sollen umziehen.

Dreibeinige Hündin muss Werbeagentur verlassen

Das Düsseldorfer Arbeits­gericht verbannt 2013 die dreibeinige Hündin Kaya aus einer Werbe­agentur. Mitarbeiter fühlten sich belästigt und bedroht, die Arbeits­abläufe seien durch das Tier gestört, befindet die Richterin. Der Arbeitgeber hatte die Hündin nach Hause geschickt, ihr Frauchen erfolglos dagegen geklagt (Arbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 04.09.2013, Az. 8 Ca 7883/12).

Brieftauben verboten

Richter verbieten 2012 einem Mann aus Germersheim (Rheinland-Pfalz), mehrere Dutzend Brieftauben in einer Wohngegend zu halten. Die dortigen Bewohner hätten einen Anspruch darauf, von Störungen wie Lärm und Taubenkot nicht belästigt zu werden (Verwaltungsgericht Neustadt, Beschluss vom 25.07.2012, Az. 4 L 625/12.NW).

Bulldogge Clyde im Zeugenstand

Eine Vermieterin wirft einem Mieter im Jahr 2009 vor, trotz Verbots einen Hund zu halten. Der Mann beteuert, Bulldogge Clyde lebe bei seiner Mutter auf derselben Etage. Dort erlaube ein älterer Mietvertrag das Tier. Clyde wurde in den Zeugenstand des Amts­gerichts Köln geladen. Dort wird klar: Die Seniorin wird mit dem großen Tier gar nicht fertig. Das Gericht gibt der Vermieterin Recht.

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Mini-Schwein verletzt zwei Menschen

Mini-Schweine dürfen nach einem Urteil des Amts­gerichts München von 2005 nur dann in einer Wohnung gehalten werden, wenn sie die Mitbewohner des Hauses nicht gefährden. Das schwarze Hausschwein einer Münchnerin hatte beim Spaziergang in einer Panik­attacke zwei Menschen verletzt. Das Tier muss ausziehen (Amtsgericht München, Urteil vom 06.07.2004, Az. 413 C 12648/04).

Quelle: dpa/DAWR/ab
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