wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche

weitere Informationen

weitere von Rechtsanwältin Daniela Müller geschriebene Artikel beim Deutschen Anwaltsregister und seinen Partnern

Erbrecht und Tierrecht | 16.05.2017

Tiere im Erbrecht

Tierischer Nachlass: Kann ich meine Katze eigentlich zum Erben einsetzen?

Katzen sind als Sache Teil des Nachlasses

Fachbeitrag von Rechtsanwältin Daniela Müller

Nach dem eigenen Tod möchte man seine Katze gut versorgt wissen. Wie wäre es also, sie als den Erben seines Vermögens zu benennen? Geht das denn?

Manchmal fühlt es sich so an, als stünde das Tier mir näher als die Verwandt­schaft. Wie kann ich überhaupt Vorsorge für mein Tier für den Fall meines Todes treffen? Und umgekehrt: Wie gehe ich damit um, wenn mir eine Katze nebst Futtergeld überlassen wird, muss ich dann womöglich Erb­schafts­steuer zahlen?

Zur Beantwortung ist es wichtig, ein paar Grundsätze des deutschen Rechts­systems in Bezug auf Tiere und ein paar Grundzüge des Erbrechtes zu verstehen. Bis 1990 galten Tiere im deutschen Zivilrecht als reine Sachen. Neben Kaffee­maschinen und Autos gab es plakativ ausgedrückt auch Katzen.

Werbung

Tiere gelten als Sache

Mit dem neu eingefügten § 90a BGB hat der Gesetzgeber klargestellt, dass Tiere keine Sachen sind. Gleichwohl sagt § 90a BGB weiter, dass dort, wo es im Zivilrecht keine Sonder­vorschriften gibt, die Regelungen über Sachen auch für Tiere weiter Anwendung finden. Das deutsche Erbrecht, als Teil des Zivilrechts, enthält keine Sonder­vorschriften; ergo: Erbrechtlich gesehen ist die Katze eine Sache.

Das Erbrecht seinerseits knüpft an den Begriff der sogenannten „Erb­fähigkeit“ an. Erb­fähigkeit ist die Fähigkeit „Erbe zu werden“, und diese Fähigkeit haben nach dem Willen unseres Gesetz­gebers nur natürliche (Menschen) oder juristische Personen, Sachen (Tiere) haben diese Fähigkeit nicht.

Wir müssen uns also merken, dass unsere Katze als erbrechtliche Sache Teil unseres Nachlasses ist; das bedeutet: Sie wird gemeinsam mit unserem Bankkonto und Haus nach unserem Tode vererbt.

Es gibt zwei Arten der Erbfolge, die gesetzliche und die gewillkürte. Von gewillkürter Erbfolge spricht man, wenn der individuelle Wille des Erblassers etwa in Testament, Erbvertrag o.Ä. zum Ausdruck gekommen ist.

Tiere können nicht als Erben eingesetzt werden

Die gesetzliche Erbfolge beschreibt das, was automatisch passiert, wenn wir keinen besonderen Willen hinterlegt haben. Hier greift das Verwandten­erbrecht neben dem Ehegatten­erbrecht; zunächst erben also der Ehegatte und die Kinder, dann gegebenenfalls Eltern und Geschwister usw. Ein Testament ist also ratsam. Wie muss das aussehen? Im Zweifel tut man gut daran, sich hier fachlich beraten zu lassen, da besonders im Erbrecht viele Form­vorschriften der Wahrung bedürfen. Grund­sätzlich geht aber keinesfalls die Erb­einsetzung des Tieres, etwa formuliert wie folgt: „Die Katze Tequila soll alles erben.“ Denn Katzen können ja nicht erben. Ein solches Testament wäre unwirksam und gälte als keines.

Werbung

Erbe muss benannt werden

Wir müssen unserer Katze einen Menschen zur Seite stellen. Benennen wir nur einen Erben, so erhält dieser auch die Katze. Möglich ist auch, das Erbe etwa unter die Bedingung zu stellen, dass die Katze aufgenommen, nicht weiter­gegeben und versorgt wird. Wir können Auflagen erteilen, unter denen die zukünftige Versorgung statt zu finden hat, etwa: samstags immer Hähnchen, montags Fisch. Wir können verfügen, dass eine Vermittlung durch das örtliche Tierheim stattfinden soll und was für ein neues Zuhause wir uns für sie vorstellen. Straf­klauseln können eingebaut werden. Bewährt hat sich in der Praxis auch die Konstellation, unabhängig vom Erben einen Pfleger für das Tier zu bestimmen, der dann monatlich einen Geldbetrag zur Versorgung erhält.

Übrigens: Ein solcher als Erbschaft zugewandter Geldbetrag unterliegt der Erbschaft­steuer, selbst wenn er bald durch den Einkauf von Katzen­leckerlis verbraucht wird oder die tatsächlichen Kosten an Katzen­futter den Betrag übersteigen (vgl. Finanz­gericht Düsseldorf 4 K 3187/94).

Sind keine Angehörigen oder vertrauten Personen in Sicht, so kann auch eine Tier­schutz­organisation eingesetzt werden; auch hier kann die Verwendung etwaiger Geldmittel genau vorbestimmt werden, sodass man Gewissheit hat, was mit dem eigenen Tier oder auch Vermögen geschieht. Treffen Sie Vorsorge.

Werbung

Ein Fachbeitrag von

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 4.7 (max. 5)  -  3 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0
       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#4115

Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!
Rechtsanwalt Thilo Seelbach, LL.M.

Jahresurlaub

Krankschreibung im Urlaub: Arbeitnehmer können Urlaub erneut nehmen

RechtsanwaltThilo Seelbach, LL.M.

[18.06.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternUrlaub dient der Erholung der Arbeitnehmer – und nicht dem Auskurieren von Krankheiten. Gerade im Urlaub ist aber mancher besonders anfällig für Erkrankungen. Betroffenen Arbeitnehmern hilft das Bundesurlaubsgesetz, das vorsieht, dass nachgewiesene Tage der Arbeitsunfähigkeit nicht auf den Jahresurlaub angerechnet werden.

Rechtsanwalt Guido Lenné

VW-Abgas­skandal

Verjährung droht: VW-Kunden sollten sich mit ihren Klagen beeilen

RechtsanwaltGuido Lenné

[15.06.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternWer seine Ansprüche gegenüber VW geltend machen möchte, hat nicht mehr viel Zeit: Am 31. Dezember 2018 endet die Verjährungs­frist.

Rechtsanwalt Florian Hitzler

Dieselabgas­skandal

Mercedes muss wegen Abgas-Skandal 238.000 Diesel-Fahrzeuge zurückrufen

RechtsanwaltFlorian Hitzler

[14.06.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDas Treffen zwischen Daimler-Chef Zetsche und Bundes­verkehrs­minister Scheuer endete für den Stuttgarter Autobauer mit einem echten Schlag. Mercedes muss allein in Deutschland 238.000 Diesel-Fahrzeuge wegen einer unzulässigen Abschalt­einrichtung zurückrufen. In Europa sind insgesamt 774.000 Fahrzeuge betroffen.

Rechtsanwalt Robert Binder

Trennung oder Scheidung

Scheidung Tipps: 10 wichtige Tipps bei Trennung bzw. Scheidung

RechtsanwaltRobert Binder

[13.06.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternScheidungstipps. Bei einer Scheidung gibt es einiges zu beachten. 10 wichtige Tipps im Zusammenhang mit Trennung oder Scheidung.

Rechtsanwalt Stephan Imm

Fußball-WM und Arbeits­recht

Darf man während der Arbeit die Fußball-WM verfolgen?

RechtsanwaltStephan Imm

[12.06.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie deutsche Fußball­mannschaft spielt bei der dies­jährigen Fußball-Welt­meister­schaft auch zu Zeiten, an denen viele noch arbeiten müssen. Wer nicht früher nach Hause gehen darf, um rechtzeitig vor dem Fernseher zu sein, stellt sich die Frage, ob er die Spiele der deutschen Mannschaft auch am Arbeits­platz oder im Büro im Radio hören oder gar am Computer oder Fernseher sehen darf?

Rechtsanwalt Peter Hahn

Abgas­skandal

Abgas­skandal und kein Ende: Verkaufs­stopp von Audi A6 und A7 wegen illegaler Abschalt­einrichtung

RechtsanwaltPeter Hahn

[11.06.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternAktuell vergeht fast kein Tag mehr ohne neue Negativ­schlag­zeilen. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat am 5. Juni 2018 einen Rückruf des Audi A6 und A7 mit dem Drei-Liter-Dieselmotor angeordnet.

Dashcam-Aufnahmen

Private Video­aufnahmen im Straßen­verkehr: Dashcam als neues Beweis­mittel bei Verkehrs­unfällen?

RechtsanwaltIrvin Stahl

[08.06.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternHäufig gibt es bei Verkehrs­unfällen keine neutralen Zeugen, die Spurenlage ist nicht eindeutig und die beteiligten Fahrer beschuldigen sich wechselseitig eines Verkehrs­verstoßes. Sind, was der Regelfall sein dürfte, zwei Kraft­fahrzeuge beteiligt, kommt es zur gesetzlichen Regelung einer hälftigen Haftungs­verteilung.

Rechtsanwalt Robert Binder

Branchen­buch­abzocke

Vorsicht: Trend Media Ltd. beauftragt TOP Inkasso GmbH

RechtsanwaltRobert Binder

[07.06.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie Trend Media Ltd. hat die TOP Inkasso GmbH mit dem Forderungs­einzug beauftragt.

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d4115
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!