wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Pferderecht und Schadensersatzrecht | 21.06.2018

Reitunfall

Alles richtig gemacht: Keine Haftung des Reitlehrers für Sturz beim Springtraining

Nicht jede Pflicht­verletzung eines Reitlehrers begründet Schadenersatz­anspruch bei Reitunfall

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Dr. Dietrich Plewa

Über mehrere Jahre zog sich ein Rechts­streit hin, bei dem es um die Frage ging, welche rechtlichen Anforderungen an die Fürsorgep­flicht des Reitlehrers zu stellen sind im Hinblick auf die Unfall­vermeidung beim Spring­unterricht. Hat er für die Folgen eines Sturzes eines Schülers einzustehen, wenn er sich nicht exakt an die Empfehlungen der „Richtlinien für Reiten und Fahren“ hält?

Werbung

Verletzungen durch Sturz beim Springtraining

Der Beklagte des Rechts­streites, ein außer­ordentlich erfahrener Spring­trainer, ließ ein In-Out aufbauen, das aus einem Cavaletti in Höhe von 30 cm und einem Steilsprung von zunächst 70 cm bestand. Die Aufgaben­stellung bestand darin, das In-Out in sehr kontrolliertem Tempo zu überwinden. Der Abstand zwischen Cavaletti und Steilsprung betrug ca. 2,40 m. Zunächst wurde von den Teilnehmern des Trainings die Kombination im Trab überwunden, sodann im Galopp. Probleme gab es dabei zunächst für den Kläger des Rechts­streites nicht. Der Trainer ließ im weiteren Verlauf den Steilsprung um etwa 10 cm erhöhen. Das Pferd des Klägers warf mit einem Vorderbein die aufgelegte Stange des Steil­sprungs ab, kam zu Fall, wobei der Reiter stürzte und sich nicht unerhebliche Verletzungen zuzog.

Der Kläger warf dem Trainer vor, pflicht­widrig gehandelt zu haben. Die Distanz zwischen Cavaletti und Steilsprung habe 3,5 m betragen müssen. Der Abstand von lediglich 2,4 m sei ursächlich für den Sturz des Pferdes geworden.

Schadensersatzanspruch nur bei nachweislicher Pflichtverletzung

Schließt der Reiter eines Pferdes mit dem Reitlehrer einen Vertrag über die Erteilung von Reitstunden ab, handelt es sich um einen Dienstv­ertrag. Ein Ausbildungs­erfolg ist dabei nicht geschuldet, wohl aber eine sachgerechte Unterrichts­erteilung. Die umfasst auch die generelle Pflicht des Trainers, seine Schüler vor Schäden zu bewahren.

Ein Schadens­ersatz­anspruch des Schülers kommt dann in Betracht, wenn diese Pflicht verletzt wird.

Der in Berlin geführte Rechts­streit drehte sich im Wesentlichen um die Frage, ob bei dem In-Out, dessen Aussprung ca. 90 bis 100 cm hoch war, ein größerer Abstand geboten gewesen wäre. Der Kläger bezog sich auf die Richtlinien für Reiten und Fahren, herausgegeben von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Werbung

Gutachter: Richtlinien gelten lediglich als Empfehlung

Die vom Gericht beauftragten Gutachter vertraten die Auffassung, dass die Richtlinien lediglich als Empfehlung anzusehen seien. Zwar sei dort vorgegeben, dass an sich „regelmäßig“ eine Distanz von 3 m oder mehr für ein In-Out zu wählen sei. Allerdings liege es durchaus im Ermessen des Trainers, unter Berücksichtigung der konkreten Aufgaben­stellung und der Fähigkeiten von Reiter und Pferd, diesen Abstand geringer zu wählen.

Ein pflichtwidriges Fehlverhalten nicht erkennbar

Im Berufungs­verfahren hat sich das Kammer­gericht in Berlin sehr eingehend mit der rechtlichen Verantwortung des Reitlehrers einerseits und den Risiken des Spring­reitens anderer­seits befasst. Es sei davon auszugehen, dass eine Gefahren­lage, die mit der nahe­liegenden Möglichkeit einer Schädigung verbunden ist, bei der Durchführung von Reit­unterricht mit Reit- und Spring­übungen allgemein gegeben sei. Ob bei einem Reitunfall die Sorgfalts­pflicht verletzt worden sei, müsse in einer Gesamtschau der Art der Übung, des Alters und der Erfahrenheit von Reit­schüler und Pferd und den konkreten Umständen des Einzel­falles unter Berücksichtigung von Warnzeichen in der konkreten Situation beurteilt werden. Auf der Grundlage dieses Maßstabes sei das Verhalten des Trainers nicht zu beanstanden, zumal der Kläger zuvor das In-Out-Hindernis bereits dreimal, zunächst im Trab, dann im Galopp problemlos hatte überwinden können.

Zudem gab es eine Video­aufzeichnung. Darauf war für die vom Gericht beauftragten Sachverständigen erkennbar, dass der Abstand zwischen den einzelnen Elementen der Kombination letztlich keine Rolle spielte, weil das Pferd zum einen früh genug abgesprungen war, zum anderen aber der Sturz darauf zurückzuführen war, dass das Pferd schlicht ein Vorderbein hatte „hängen“ lassen.

Fazit

Reitlehrer tragen ein hohes Maß an Verantwortung. Sie haften, wenn sie ihre Schüler überfordern und es dadurch zu einem Unfall kommt. anderer­seits gibt es kein Schema, das für jede Reitstunde gilt. Die Anforderungen sind vielmehr individuell zu bemessen.

Werbung

Ein Fachbeitrag von [Anbieter­kenn­zeichnung]

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  1 Abstimmungsergebnis Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#5515

Rechtsanwalt Hermann Kaufmann

Schadensersatz

Absturz der Envion AG: Kein Umsatz, kein Geschäftsbetrieb und geprellte Anleger

RechtsanwaltHermann Kaufmann

[19.09.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie Envion AG war eines der größten virtuellen Projekte neuerer Zeit, nun aber ist für die Anleger nur ein großer Scherbenhaufen geblieben. Anstatt mit Ökostrom virtuelle Tokens zu generieren liegt der Betrieb lahm und das Geld der Anleger arbeitet nicht mehr.

Rechtsanwalt Florian Hitzler

VW-Abgas­skandal

LG Stuttgart sieht VW in der Haftung: Gute Erfolgs­aussichten für Schadens­ersatz­klagen

RechtsanwaltFlorian Hitzler

[18.09.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternGerichte quer durch die Republik haben bei Schadens­ersatz­klagen im VW-Abgas­skandal schon zu Gunsten der geschädigten Käufer entschieden. Auch das Landgericht Stuttgart reiht sich hier mit seiner verbraucher­freundlichen Rechtsprechung ein.

Rechtsanwalt Guido Lenné

Eigen­bedarfs­kündigung

Kündigung wegen Eigen­bedarfs: Für Vermieter nicht so einfach, wie gedacht

RechtsanwaltGuido Lenné

[17.09.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternEin Miet­verhältnis wegen Eigenbedarf zu kündigen, ist oft nicht so einfach, wie Vermieter es sich vorstellen. Es gilt dabei, einiges zu beachten.

Rechtsanwalt Peter Hahn

Fahrverbot

Fahrverbot nun auch für Frankfurt: Inhaber von Diesel­fahrzeugen sollten sich rechtlich wehren

RechtsanwaltPeter Hahn

[14.09.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDas Wiesbadener Verwaltungs­gericht hat entschieden: Frankfurt muss mit einem groß­flächigen Fahrverbot für ältere Diesel­fahrzeuge für saubere Luft sorgen.

Rechtsanwalt Robert Binder

Branchen­buch­abzocke

WAP Medien­dienst auf Kundenfang

RechtsanwaltRobert Binder

[13.09.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBei der WAP Medien­dienst handelt es sich nach eigenen Angaben um eine Werbe­agentur, welche ein Portal betreibt. Die Firma wendet sich an Gewerbe­treibende und Frei­berufler, damit diese einen Firmen­eintrag in dem Portal beauftragen. Es bleibt aber völlig unklar, wie das Portal heißt und wo es zu finden ist. Auch worin der Firmen­eintrag eigentlich bestehen soll, wird nicht deutlich.

Rechtsanwalt Philipp Neumann

Fahrverbot

Fahrverbote in Frankfurt ab Februar 2019 – Was für Auto­besitzer nun zu beachten ist

RechtsanwaltPhilipp Neumann

[12.09.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDas Verwaltungs­gericht Wiesbaden (Akten­zeichen 4 K 1613/15.WI) verpflichtet das Land Hessen, ein Fahrverbot für Diesel­fahrzeuge und alte Benziner in der Stadt Frankfurt am Main zu erlassen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte gegen das Land Hessen geklagt. Das Gericht erachtet bisherige Maßnahmen zur Luft­reinhaltung sowie bislang unter­breitete Pläne für unzureichend.

Rechtsanwalt Hartmut Göddecke

Insolvenz

P&R-Insolvenz­verfahren: YouTube-Video beantwortet Fragen und gibt Anlegern Hilfe

RechtsanwaltHartmut Göddecke

[11.09.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternAnleger in den P&R-Insolvenz­verfahren beäugen die Insolvenz­verwalter aus der Kanzlei Jaffé skeptisch. Und auch die Presse streut kritische Töne ins Geschehen. Warum das seine Berechtigung hat, erläutert Fachanwalt für Bank- und Kapital­markt­recht Hartmut Göddecke in einem Video-Interview.

Rechtsanwalt Philipp Neumann

Abgasskandal

Kursverluste durch Abgasskandal: Musterverfahren der Aktionäre gegen die Volkswagen AG beginnt

RechtsanwaltPhilipp Neumann

[10.09.2018]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternAm 10.09.2018 beginnt das Musterverfahren der Aktionäre gegen die Volkswagen AG wegen erlittener Kursverluste aus Anlass des Abgasskandals. Das OLG Braunschweig hat bislang 13 Verhandlungstage angesetzt, in denen Schadenersatzansprüche der Aktionäre gegen die Volkswagen AG verhandelt werden.

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d5515
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!