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Krankenkassenrecht | 06.01.2017

Private Kranken­versicherung

Augen-OP: Private Kranken­versicherung muss Lasik-Operation zahlen

Private Kranken­versicherungen weigern sich häufig die Kosten zu übernehmen
Fachbeitrag von Rechtsanwalt Florian Hitzler

Kaum jemand schafft es bis ins hohe Alter ohne eine Brille auszukommen. Dank moderner Lasik-Operations­techniken ist ein Leben ohne Sehhilfe dennoch oft möglich. Der Haken: Wer zahlt die Augen­operation? Selbst private Kranken­versicherungen weigern sich häufig die Kosten zu übernehmen.

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BGH erkennt Lasik-Behandlung einer Fehl­sichtigkeit als medizinisch notwendige Heil­behandlung an

„Diese Haltung der privaten Kranken­versicherungen ist aus meiner Sicht nicht haltbar. Schon 2009 hat der BGH mit Anerkenntnis­urteil entschieden, dass die Lasik-Behandlung einer Fehl­sichtigkeit eine medizinisch notwendige Heil­behandlung im Sinne der Versicherungs­bedingungen sei“, erklärt Rechtsanwalt Florian Hitzler von der Kanzlei BRÜLLMANN Rechts­anwälte aus Stuttgart.

Private Versicherer sehen Lasik-OP als nicht notwendig an

Allerdings verstecken sich einige private Versicherer immer noch hinter der Auffassung, dass eine Lasik-OP zur Behebung der Fehl­sichtigkeit nicht notwendig und nachrangig zu bewerten sei. „Mit anderen Worten: Eine Brille tut es nach Ansicht der Versicherer genauso. Der Hintergrund dürfte klar sein: Brillen oder Kontakt­linsen verursachen geringere Kosten als die Laser-OP. Die Kosten dürfen aber bei der Beurteilung, ob eine medizinische Notwendigkeit besteht, keine Rolle spielen“, so Rechtsanwalt Hitzler.

Versicherungs­fall liegt vor, wenn eine medizinisch notwendige Heil­behandlung wegen Krankheit oder Unfall­folgen nötig ist

Auch die Versicherungs­bedingungen sprechen nicht dafür, dass die Augen­operation gegenüber der Sehhilfe als nachrangig zu bewerten sei. Laut Versicherungs­bedingungen in der Krankheits­kosten­versicherung liegt der Versicherungs­fall vor, wenn eine medizinisch notwendige Heil­behandlung des Versicherungs­nehmers wegen Krankheit oder Unfall­folgen nötig ist. Der durchschnittliche Verbraucher wird diese Klausel so verstehen, dass er sich nicht mit einer Brille begnügen muss, wenn die Heilung der Seh­schwäche durch eine Augen­operation möglich ist. Demnach tritt dann der Versicherungs­fall ein.

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Versicherte sollten Anspruch auf Augen-OP notfalls gerichtlich durchsetzen

Rechtsanwalt Hitzler: „Versicherungs­nehmer sollten sich nicht von der Augen-OP abhalten lassen, wenn die private Kranken­versicherung die Kosten zunächst nicht übernehmen will. In der Regel lässt sich mit den Versicherern eine außergerichtliche Lösung finden. Anderenfalls kann der Anspruch auch gerichtlich durchgesetzt werden.“

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