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Schadensersatzrecht | 07.11.2018

Bauarbeiten

Bauarbeiten auf benachbarten Grund­stücken: Anspruch auf Schadens­ersatz bei Bauarbeiten mit Baumschaden

Schadensersatzansprüche können durch rechtzeitige Information des Nachbarn über Baumaßnahmen verhindert werden

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Frank Vormbaum

In unserem heutigen Artikel informiere ich Sie darüber, wann Ihnen Schadens­ersatz­ansprüche bei Beschädigung Ihrer Pflanzen durch Bauarbeiten auf benachbarten Grund­stücken zustehen.

Viele Grund­stücks­eigentümer mussten die Erfahrung machen, dass nicht nur erhebliche Beeinträchtigungen, sondern auch erhebliche Schäden entstehen können, wenn auf benachbarten Grund­stücken gebaut wird.

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Der Klassiker: Beschädigungen von Wurzeln

In diesem Beitrag möchte ich mich insoweit auf Schäden an bereits bestehender Bepflanzung konzentrieren.

Der klassische Fall ist der, dass auf dem Nachbar­grundstück ein Bagger zum Einsatz kommt und dieser das Wurzelwerk Ihrer Pflanzen, insbesondere Bäume beschädigt, welches sich im Erdreich des Nachbar­grundstücks befindet.

Die Rechtslage hierzu wird sehr gut in einem Urteil des Ober­landes­gerichts Köln vom 23.06.1993, Akten­zeichen 13 U 274/92 dargestellt.

Darin heißt es unter anderem:

Der Beklagte könnte allerdings dann das Eigentum des Klägers an dem Baum rechts­widrig verletzt haben, wenn er dem Kläger keine Gelegenheit gegeben hätte, den Baum vor Schäden zu bewahren, die durch das teilweise Abschneiden der Wurzeln entstehen konnten. Aus Gründen der nachbar­schaftlichen Rücksicht­nahme und der Gebote von Treu und Glauben könnte der Beklagte als verpflichtet angesehen werden, den Kläger von dem Abschneiden der Wurzeln zu unterrichten, damit dieser ihm notwendig erscheinende Schutz­maßnahmen ergreifen konnte.

Nachbarn rechtzeitig über Baumaßnahmen mit Erdaushub informieren

Zusammen­gefasst verhält es sich also so, dass der Nachbar auf seinem Grundstück bauen darf und auch entsprechend Erdbau­arbeiten durchführen darf.

Allerdings muss er bei möglicher Pflanzen­schädigung, insbesondere Wurzel­schädigung den Nachbarn rechtzeitig auf die Bauarbeiten und den damit verbundenen Erdaushub hinweisen, damit dieser Schutz­maßnahmen für die bestehende Bepflanzung ergreifen kann.

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Maßnahmen zum Schutz der Pflanzen

Beispiels­weise besteht nämlich die Möglichkeit, die ver­bleibenden Wurzeln sofort bei Abtrennung mit Mitteln zu behandeln, welche den mit der Abtrennung oft verbundenen Pilzbefall verhindern. Werden solche Maßnahmen nicht sogleich durch­geführt, kann die Pflanze irreparabel geschädigt sein.

Schädigung der Pflanzen rechtfertigt Schadensersatz

Die Folge ist dann das Absterben der Pflanze, was wiederum insbesondere bei Bäumen zu Schadens­ersatz­ansprüche in Höhe von mehreren 10.000 Euro führen kann.

Ankündigung der Bauarbeiten - Fehlanzeige

Erfahrungs­gemäß verhält es sich meistens so, dass Nachbarn und deren Bau­unternehmen Eingriffe in das Wurzelwerk nicht ankündigen. In der Baubranche gilt nämlich oft der Grundsatz, dass schnell Fakten geschaffen werden sollen, bevor die Bauarbeiten durch Rechts­mittel von Nachbarn verzögert werden.

Der Bau­unternehmer wird regelmäßig einwenden, dass die Größe des Wurzelwerks unbekannt und unvorhersehbar war, man also gar nicht wusste dass das Wurzelwerk in das Nachbar­grundstück hineinragt. Tatsächlich wissen Bau­unternehmen sehr gut, welche benachbarten Bäume großes Wurzelwerk aufweisen und ob diese dicht unter der Oberfläche verlaufen oder ins Erdreich hineinragen.

Dann aber hat dieses einen entsprechenden Schadens­ersatz­anspruch zur Folge mit dem sich dann wiederum der Haftpflicht­versicherer des Bau­unter­nehmers zu befassen hat.

Für weitere Nachfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gern persönlich zur Verfügung.

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