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Strafrecht | 05.04.2018

Kriminalität

Wohnungs­einbruch: Kriminalität in Mannheim

Die beschauliche Quadrate­stadt Mannheim gilt als kriminellste Stadt Baden-Württembergs – direkt hinter Freiburg. Doch wie kann es sein, dass das zwischen Neckar und Rhein gelegene 300.000-Einwohner-Städtchen im Südwesten Deutschlands ein derart kriminelles Fleckchen ist? Liegt es vielleicht am Mannheimer Haupt­bahnhof? Dieser gilt gemeinhin als Schwerpunkt für kriminelles Verhalten und werde zudem von potenzieller Terror­gefahr über­schattet. Auch wenn dies weder die Bahn noch die Bundes­polizei bestätigen wollen, so ist dennoch klar, dass „Monnem“ bzw. Mannheim von delinquenten Bewohnern und Fremden nicht verschont bleibt. Gerade in den letzten Monaten häufen sich in Mannheim unter anderem Einbruchs­delikte. Egal, ob es sich um ein Firmenge­bäude, ein Friseur­geschäft oder um eine Wohnung handelt, Einbrecher scheinen in Mannheim vor keinem potenziellen Einbruchs­objekt mehr Halt zu machen. Eine Bestands­aufnahme.

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Das Gefühl der Unsicherheit:

Mannheim, in Quadrate aufgeteilt und Erfinder­stadt des Spaghetti­eis, ist, weiß Gott, kein Postkarten­paradies. Touristen und Urlauber kennen diese Stadt vermutlich, wenn sie die kleine Rhein-Neckar-Metropole überhaupt kennen, nur von der Durchreise auf dem Weg in das international bekanntere Heidelberg. Doch hat Mannheim durchaus mehr zu bieten als ein Schloss, einen Wasserturm und eine Wasser­grenze zum benachbarten rheinland-pfälzischen Ludwigshafen: Glanz­stücke der kunst­geschichtlichen Epoche des Jugendstils sowie multi­kulturelle und urbane Vielfalt auf kleinstem Raum stellen nur Ausschnitte dar. Doch dieser Multi­kulturalismus scheint jedoch nicht flächend­eckend umsetzbar zu sein.

Wasserturm_MannheimEin Wahrzeichen im Zentrum der Stadt Mannheim: Der Wasserturm. Quelle: pixelio.de © www.clearlens-images.de

So kommt es, dass der Mannheimer Ober­bürgerm­eister Peter Kurz von derzeit großen Problemen mit unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen spricht. Aufgrund wieder­holter krimineller Vergehen einzelner Flüchtlinge behauptet der Mannheimer Ober­bürgerm­eister Peter Kurz daher: „Das Grund­vertrauen, dass der Staat seine Bürger schützen kann, ist nicht mehr vorhanden“. Doch inwieweit diese minderjährigen Flüchtlinge in Verbindung mit den jüngsten Einbrüchen gebracht werden können oder etwa der bekannte Mannheimer Schlägertrupp, bleibt fragwürdig. Eines bleibt jedoch nach wie vor bestehen: Das stetige Gefühl der Unsicherheit. Und dieses Gefühl teilt die absolute Mehrheit der Mannheimer.

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Willkürliche Kriminalität:

Sei es die berüchtigte „Borelli-Grotte“, eine Unter­führung zwischen Bahnhof und Mannheimer Innenstadt, in welcher es in den vergangenen Jahren regelmäßig zu Straftaten kam, vereinzelte Überfälle auf der Straße oder in Gebäuden, kriminelle Energie hat viele Gesichter. Doch konzentriert sich dieses kriminelle Potenzial nicht etwa auf den als Kreuzberg bzw. Neukölln bekannten prekären Stadtteil Mannheims oder auf die Kurpfalz­straße bzw. auf die als Klein-Neapel bekannte Beilstraße. Diese Kriminalität findet vielmehr in sämtlichen Lokalitäten und Situationen innerhalb der Stadt Tag und Nacht Anwendung. Die Entscheidung eines Menschen, einen Einbruch zu begehen, erfolgt aus den verschiedensten, individuellen Motiven. Während bei fast allen Einbrechern finanzielle Zugewinne an oberster Stelle stehen, suchen andere wiederum das Abenteuer. Fakt ist dabei: Je höher die erwartete Rentabilität eines Einbruchs ausfällt, desto mehr werden sich die Einbrecher ins Zeug legen.

Die Überführung der Straftäter:

Fest genommene Einbrecher räumen ein, dass Fenster und Türen ihr Haupt­angriffs­ziel seien. Sind diese blick­geschützt, da diese beispiels­weise zugebaut oder zugewachsen sind, so haben Straftäter hier üblicherweise besonders viel Zeit, sich einen Weg in die Wohnung zu erzwingen. Ferner gilt: Ihre Wohnung ist grund­sätzlich gefährdet, wenn diese sich in der Nähe von Bahn­stationen, Drogen­umschlag­plätzen und Einkaufs­zentren befindet. Wird der Bürger­steig der Wohnung jedoch häufig von Passanten frequentiert, wie dies beispiels­weise in der Nähe von öffentlichen Einrichtungen der Fall ist, können sich Wohnungs­besitzer eher entspannt zurück­lehnen. Ebenso sollte klar sein, dass die Abwesenheit eines Wohnungs­besitzers nie eindeutig vermittelt werden darf. Achten Sie überdies auf unbestimmbare Geräusche, einzelne Licht­quellen sowie auf eine adäquate Sicherung Ihrer Fenster und Türen, so setzen Sie Ihre Wohnung keinem größeren Risiko aus. Erwischt Ihre Alarmanlage einen Einbrecher erstmal auf frischer Tat, so können Sie diesem mithilfe eines Mannheimer Rechtsanwalts den Prozess machen. Sie sollten daher noch heute prüfen, wie einbruchs­sicher der Rückzugs­ort Ihrer Familie tatsächlich ist. Achten Sie auch darauf, ob Ihre Wohnung eventuell mit einem sogenannten „Gaunerzinken“ gekennzeichnet wurde. Derartige Symbole geben Einbrecher­banden wertvolle Tipps über die Wohn­situation Ihres Haushalts.

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Mannheim investiert in Sicherheit:

Die Bahn, das Bundes­innen­ministerium sowie die Bundes­polizei hatten vor einigen Jahren vereinbart, die Video­technik an zehn deutschen Bahnhöfen, darunter auch Mannheim, auszubauen und zu modernisieren. Etwa 24 Millionen Euro sollen dabei in die Weiter­entwicklung der sogenannten „3-S-Zentralen“ – für Service, Sicherheit und Sauberkeit stehende Imperativen – investiert werden. Die absolute Mehrheit der Mannheimer geht sogar einen Schritt weiter und fordert schlichtweg mehr Polizei­präsenz. Immerhin kann nun Entwarnung gegeben werden: Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Mannheim behaupten beim Problem mit den kriminellen, minderjährigen Flüchtlingen eine Lösung gefunden zu haben. Die etwa 10- bis 15-köpfige Gruppe Nord­afrikaner soll nun so schnell wie möglich aufgelöst und auf spezialisierte Jugendhilfe­einrichtungen im gesamten Bundes­gebiet verteilt werden. In puncto Mannheimer Kriminalitäts­statistik bedeutet dies ein kleiner Lichtblick am Ende des Tunnels.

Dass die stolze Stadt im Südwesten Deutschlands eine multi­kulturelle Urban-Style-Metropole im Kleinformat ist, steht außer Frage. Doch es darf nicht verschwiegen werden, dass die Mannheimer mit einem steigenden Gefühl von Unbehagen angesichts krimineller Vorfälle zu kämpfen haben. Wo auch immer die Ursachen dafür liegen, eine individuelle Absicherung ist der beste Schutz gegen kriminelle Zuwider­handlungen. Letztendlich wissen die Mannheimer jedoch: Egal, wie mies es Mannheim einmal ergehen sollte, gegen „Lu“, wie der Mannheimer seine un­ansehnliche Nachbar­stadt Ludwigshafen jenseits der Konrad-Adenauer-Brücke gerne nennt, kann Mannheim immer nur gewinnen. Ludwigshafen wird schließlich mit Mannheims Geschichte, dessen mildem Klima und herrlicher Umgebung mit Weinbergen nie mithalten können. Das hoffen wir jedenfalls.

Quelle: DAWR/om
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URL dieses Artikels: https://www.dawr/d5262
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