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Schadensersatzrecht und Verkehrsrecht | 17.06.2014

Gerettet: Fürs Eichhörnchen gebremst - doch wer haftet bei einem Auffahrunfall?

Das Eichhörnchen kam heile davon, die Autos nicht. Doch die deutsche Rechtsprechung dankt es nicht, wenn man als Autofahrer für Kleintiere bremst und dadurch einen Unfall verursacht.

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Das Eichhörnchen kam mit heiler Haut davon. Aber nur, weil eine Autofahrerin auf die Bremse trat, um einen Zusammenstoß mit dem kleinen Nager zu verhindern. Doch blieb das Bremsmanöver nicht ohne Folgen: Ein nachfolgendes Fahrzeug fuhr auf den Pkw auf. Vor dem Amtsgericht München (AZ 331 C 16026/13) stritten sich nach einer Mitteilung der HUK-Coburg Versicherung beide Parteien, wer den Unfall letztlich zu verantworten habe.

Auffahrender hat in der Regel Schuld

In der Regel gilt im Straßenverkehr der Rechtsgrundsatz: Wer auf seinen Vordermann auffährt hat Schuld - entweder weil er zu unaufmerksam war oder weil er zu wenig Sicherheitsabstand hatte (vgl. refrago.de: Wer auffährt, hat Schuld: Haftet wirklich immer der auffahrende Autofahrer für einen Auffahrunfall?). Eine Mithaftung ergibt sich nur, wenn der Auffahrende nachweist, dass der Vorausfahrende grundlos und überraschend gebremst hat. Weil es jedoch in dem oben geschilderten Fall keine unbeteiligten Zeugen gab, konnten die Richter den Sachverhalt nicht zweifelsfrei klären. Die Unfallschilderungen beider Parteien waren plausibel: Der Vorausfahrende erklärte, das Eichhörnchen sei bereits über die Straße gelaufen, als er zweimal moderat hintereinander abgebremst habe. Der Nachfolgende schilderte dagegen, dass das Eichhörnchen am Fahrbahnrand gesessen und erst nach der Vollbremsung des Vordermanns die Fahrbahn überquert habe. Damit stand Aussage gegen Aussage.

Wer für Kleintiere bremst, erhält eine Mitschuld

In ihrem Urteil vertraten die Richter die Auffassung, dass dem auffahrenden Fahrer der größte Teil der Schuld (75 Prozent) am Unfall zukomme. Trotzdem treffe auch den Vorausfahrenden eine Mitschuld (25 Prozent). Denn ohne dessen Bremsen zu Gunsten des Eichhörnchens hätte sich der Unfall nicht ereignet. Ihrer Ansicht nach wäre der Unfall zu vermeiden gewesen, selbst wenn dies zulasten des Eichhörnchens gegangen wäre.

Vertiefend:

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