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Erbrecht | 07.01.2020

Testament

Der letzte Wille: Ohne Testament ist Streit meist vor­programmiert

Private Haushalte in Deutschland verfügen über ein Geld­vermögen von etwa 6 Billionen Euro

„Es mag makaber klingen, aber die Anfertigung eines Testaments gehört zu den besten Vorsätzen, die man für das neue Jahr fassen kann“, sagt Johannes Sczepan, Geschäfts­führer der Finanz­beratungs­gruppe Plansecur. 71 Prozent der Deutschen haben laut Emnid-Umfrage keinen letzten Willen hinterlegt, so dass „Zwist unter der Erben­gemein­schaft häufig vor­programmiert“ ist, meint der Finanzprofi.

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Rund 50 Millionen Menschen in Deutschland haben kein Testament

Johannes Sczepan erklärt: „Die privaten Haushalte in Deutschland verfügen über ein Geld­vermögen von etwa 6 Billionen Euro. Es gibt also mehr zu vererben als jemals zuvor. Doch rund 50 Millionen Menschen hierzulande haben gar kein Testament gemacht. Diese Diskrepanz birgt das Potenzial für viel Streit und kann ganze Familien entzweien.“

Er gibt zu bedenken: „Die meisten Menschen in der Blüte ihrer Jahre denken nicht an ihr Ableben, doch bei allein über 3.000 Verkehrs­toten jährlich kann es jeden von uns jederzeit und völlig unverhofft treffen.“

Gesetzliche Erbfolge kann zu kuriosen Situationen führen

Liegt kein Testament vor, gilt die gesetzliche Erbfolge, die zu kuriosen Situationen führen kann. Johannes Sczepan gibt ein Beispiel: „Ohne Testament erhält der Ehepartner die eine Hälfte des Erbes, die andere Hälfte wird unter allen Kindern des Verstorbenen aufgeteilt. Was in der Regel übersehen wird: Ist die Ehe kinderlos, erben die Eltern die zweite Hälfte. Die Eltern müssen sich dann also mit ihrem Schwieger­sohn oder ihrer Schwieger­tochter auseinandersetzen, was unter Umständen eine problematische und vom Verstorbenen möglicher­weise niemals gewollte Erben­gemein­schaft darstellt.“

In 99 Prozent aller Fälle gibt es etwas zu erben

Nach Einschätzung von Johannes Sczepan verzichten viele Menschen auf ein Testament, weil sie der Meinung sind, sie hätten ohnehin nicht viel weiter­zugeben. „Das ist statistisch völlig falsch. Lediglich 1 Prozent aller Erben haben in den letzten Jahren nichts erhalten. In 99 Prozent aller Fälle gibt es etwas zu erben - die Frage ist nur, wer es erbt.“

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Auch die Erbschaftssteuer spielt eine Rolle

Neben den familiären Auseinander­setzungen spielt auch die Erb­schafts­steuer in vielen Fällen eine Rolle bei der Nachlass­gestaltung. „Es gibt eine ganze Reihe von Stell­schrauben, um den Nachlass individuell zu gestalten“, sagt Plansecur-Geschäfts­führer Johannes Sczepan. Zudem ist über Depot- und Konto­vollmachten nachzudenken, die über den Tod hinaus gelten. Dies erleichtert im Erbfall die reibungslose Abwicklung dringender Geschäfte mit der Bank, bis der Erbnachweis vorgelegt werden kann.„

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