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Bankrecht, Kapitalanlagenrecht und Schadensersatzrecht | 16.03.2018

Container-Direkt­investments

Auszahlungs­verzögerung und Vertriebs­stopp: Erhebliches Risiko für P&R Container-Anleger

Container-Angebot Nr. 5005 geschlossen und Verkaufs­stopp für Container-Angebot Nr. 5004

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Florian Hitzler

Auszahlungs­verzögerung und Vertriebs­stopp – die aktuellen Nachrichten sind für Anleger, die in P&R Container investiert haben, äußerst beunruhigend.

Die P&R-Gruppe gilt als Markt­führer für Container-Direkt­investments. Das Unternehmen aus dem Münchener Vorort Grünwald betreut nach eigenen Angaben für rund 50.000 Anleger und verwaltet ca. 1,25 Millionen Container­einheiten. Allein in den zurück­liegenden zehn Jahren soll ein Container­verkaufs­volumen von mehr als 7 Milliarden Euro abgewickelt worden sein.

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Container-Angebot Nr. 5005 geschlossen und Verkaufsstopp für Angebot Nr. 5004

Die Gegenwart der P&R-Gruppe sieht offenbar deutlich trister aus als die Historie. Das öffentliche Container-Angebot Nr. 5005 wurde am 7. März 2018 überraschend geschlossen, das Angebot Nr. 5004 am 28. Februar 2018. Hinzu kommt, dass der Vertrieb offen­sichtlich aufgefordert wurde, „aus aktuellem Anlass“ keine neuen Verträge mehr abzuschließen, wie u.a. das Handels­blatt berichtet. Nähere Erläuterungen zu diesem Verkaufs­stopp blieben bis jetzt aus. Allerdings wurde auch bekannt, dass es zu Zahlungs­ver­zögerungen bei Rück­zahlungen und Miete gibt. Davon seien aber nur einige wenige Anleger betroffen. Grund sei, dass ein Handels­partner kurzfristig vom Kauf der Container­flotte zurückgetreten ist, berichtet das Handels­blatt weiter.

Anleger tragen ein erhebliches Risiko

Das könnte allerdings auch ein deutlicher Hinweis auf bestehende Absatz­schwierigkeiten sein. Und dann könnten schon bald viele Anleger betroffen sein, so Rechtsanwältin Eva Birkmann, Brüllmann Rechts­anwälte. Denn es gibt noch weitere Zahlen, die alles andere als zur Beruhigung beitragen. Denn nach Angaben des Handels­blatts sollen die Einnahmen aus der Vermietung für die Container zwischen 2014 und 2016 deutlich geringer als die Aus­zahlungen an die Anleger sein. Demnach lag das Minus allein 2016 bei 173 Millionen Euro. Das alles deutet auf eine extreme Schieflage hin. Stagniert die Vermietung der Container, bekommen das über kurz oder lang die Anleger zu spüren. Und die tragen ein erhebliches Risiko.

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Anlegern kann Totalverlust drohen

Die Fach­anwältin für Bank- und Kapital­markt­recht erklärt, dass ein Blick in den Verkaufs­prospekt für das Angebot Nr. 5005 zeigt, dass das Risiko des Anlegers selbst über den Total­verlust der Investition hinausgeht und sogar bis zur Privat­insolvenz reichen kann. Die Anleger erwerben das Eigentum an den Containern. Kommt es am Ende der Laufzeit nicht zum Rückkauf der Container durch die P&R-Gruppe, bleibt der Anleger für die weitere Wartung, Pflege und Bewirtschaftung zuständig. Das sind alles noch weitere Kosten, die auf die Anleger im schlimmsten Fall zukommen können.

Kein Recht zur ordentlichen Kündigung während der Laufzeit

Das Angebot der P&R Transport Container GmbH sieht eine fünf­jährige Laufzeit vor. Der Anleger erwirbt das Eigentum an den Containern und vermietet sie wieder an P&R und erhält einen vertraglich zu­gesicherten Mietzins. Am Ende der Laufzeit kauft P&R die Container wieder zurück. Dabei müssen die Anleger mit gewissen Abschlägen rechnen. Ein Recht zur ordentlichen Kündigung während der Laufzeit besteht nicht.

Anleger sollten ihre Verträge anwaltlich prüfen lassen

Angesichts der aktuellen Entwicklungen und des enormen Risikos für die Anleger kann aber geprüft werden, ob die Verträge nun außer­ordentlich gekündigt werden können. Zudem können ggf. auch Schadens­ersatz­ansprüche geltend gemacht werden. Diese können sich beispiels­weise gegen die Vermittler richten, wenn sie die Anleger nicht umfassend über die bestehenden Risiken über den Total­verlust hinaus aufgeklärt haben, so Rechtsanwältin Birkmann.

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