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Bankrecht und Verbraucherrecht | 07.05.2021

Bank und Kapital­markt­recht

BaFin ordnet Schließung der Greensill Bank an

BaFin greift zu einer ihrer schärfsten Waffen und ordnet ein Moratorium an

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser

Kunden der Greensill Bank kommen nicht mehr an ihr Geld. Die BaFin hat die Konten eingefroren und ein Moratorium über die Bank verhängt, wie die Finanzd­ienstleistungs­aufsicht am 3. März 2021 mitteilte. Aus­zahlungen sind nicht mehr möglich, Ein­zahlungen darf die Bank nur noch annehmen, wenn sie zur Tilgung von Schulden gegenüber der Bank gedacht sind.

Die Schieflage der Greensill Bank muss beachtlich sein, wenn die BaFin zu einer ihrer schärfsten Waffen greift und ein Moratorium anordnet. Wie die Finanz­aufsicht mitteilte, hat sie die Reißleine gezogen und wegen drohender Über­schuldung der Bank ein Veräußerungs- und Zahlungs­verbot erlassen.

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Zum Portfolio zählen auch klassische Finanzprodukte

Die Greensill Bank, früher Nordfinanz Bank, zählt zur britisch-australischen Greensill Capital Gruppe. Die Greensill Bank versteht sich dabei als Refinanzierer der Greensill-Gruppe und bietet u.a. Finanzierungs­möglichkeiten für Liefer­ketten an. Zu ihrem Portfolio zählten aber auch klassische Finanz­produkte wie Tagesgeld­konten oder Festgeld­konten. Anleger wurden hier mit attraktiven Zinsen gelockt. Die Bilanzsumme der Bank belief sich nach Angaben der BaFin zum 31.12.2021 auf 4,5 Milliarden Euro. Nun haben sich die wirtschaftlichen Schwierig­keiten des Mutter­konzerns offenbar auch bei der Bank nieder­geschlagen.

Finanzielle Schwierigkeiten und Ungereimtheiten in den Bilanzen

Die Greensill Bank scheint allerdings nicht nur in erheblichen wirtschaftlichen Schwierig­keiten zu stecken, sondern weist offenbar auch Ungereimtheiten in ihren Bilanzen auf. Wie die BaFin mitteilte, hat sie bei einer forensischen Sonder­prüfung fest­gestellt, „dass die Greensill Bank AG nicht in der Lage ist, den Nachweis über die Existenz von bilanzierten Forderungen zu erbringen, die sie von der GFG Alliance Group angekauft hat„.

„Das deutet darauf hin, dass die Bilanzen geschönt wurden und Forderungen aufgeführt werden, die nie existiert haben. Möglicher­weise bahnt sich hier ein weiterer Finanz­skandal an“, sagt Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser.

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Aktuelle Entwicklungen beunruhigend

Für die Kunden und Anleger der Greensill Bank sind die aktuellen Entwicklungen beunruhigend. Immerhin sind ihre Einlagen über die Entschädigungs­einrichtung deutscher Banken (EdB) bis zu einer Höhe von 100.000 Euro abgesichert. Entschädigungen können aber erst fließen, wenn die BaFin den Entschädigungs­fall feststellt, was bisher noch nicht geschehen ist.

Zu den Entschädigungen können ggf. noch Zahlungen aus dem Einlagen­sicherungs­fonds des Bundes­verbands deutscher Banken (BdB) hinzukommen. Das gilt jedoch nicht für alle Kunden. Besonders staatliche Stellen wie Kommunen oder auch institutionelle Anleger wie Pensions- und Rentenfonds könnten hier ggf. leer ausgehen.

Wir helfen Ihnen gerne!

„Kunden und Anleger der Greensill Bank sollten daher frühzeitig ihre rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um ihr Geld zu sichern“, so Rechtsanwalt Dr. Gasser.

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