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Bankrecht und Kapitalanlagenrecht | 03.11.2016

Immobilienfonds

Euro Grundinvest Fonds (EGI-Fonds): Jahres­abschlüsse 2013 sind ein Fiasko – Wo ist das Geld geblieben?

Was sind jetzt die Handlungs­optionen der EGI-Fonds-Anleger?

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Hartmut Göddecke

Seit Ende Oktober 2016 sind die aktualisierten Abschlüsse der Euro Grundinvest Fonds (EGI-Fonds) 12, 15, 17, 18, 20 des Jahres 2013 im Bundes­anzeiger veröffentlicht worden. Gleich auf den ersten Blick fällt auf: Viel Geld scheint bei den Fonds wohl bereits seit 2013 nicht mehr vorhanden gewesen zu sein.

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Anleger erhielten bis heute keine Jahresabschlüsse und Erläuterungen zum Geschäftsbericht

Die Jahres­abschlüsse von Unternehmen werden im Bundes­anzeiger nur in Kurzform veröffentlicht. Was bei den Bilanzen alle EGI-Fonds auffällt, ist, dass es große Bewegungen in den Jahres­abschlüssen im Vergleich zum Vorjahr gibt. Diese erheblichen Veränderungen sind nicht aus sich selbst nachvollziehbar. Leider haben die Anleger bis heute diese Jahres­abschlüsse und Erläuterungen zum Geschäfts­bericht nicht von Fonds­gesellschaften unmittelbar erhalten. Warum das Fonds-Management weder die Bilanzen noch die dazu erforderlichen Erklärungen an die Anleger nicht abgibt, bleibt im Unklaren. Bei der aktuell unklaren Lage der Fonds ist nicht verständlich, da gerade jetzt eine hohes Informations­interesse der Anleger besteht, zu erfahren, wie die Situation in ihrem Fonds aussieht und wie es weitergehen wird. Gute Unter­nehmens­kommunikation mit Investoren sieht nach Ansicht der GÖDDECKE RECHTS­ANWÄLTE anders aus.

EGI-Fonds: Ist Schweigen wirklich Gold? - Aber nicht für die EGI-Fonds-Anleger

Was grund­sätzlich auffällt, wenn man die Bilanzen der EGI-Fonds aus 2013 ansieht, ist das Datum, das neben der Unterschrift vom Fonds­manager Sven Donhuysen am Ende steht: Es lautet regelmäßig vom Oktober 2014. Schon hier drängt sich die Frage auf, warum diese Jahres­abschlüsse erst 2 Jahre später im Bundes­anzeiger in einer jetzt aktuellen Fassung vom 25.10.2016 zu finden sind – eine vorherige Fassung datiert laut Angabe im Bundes­anzeiger vom 14.10.2016. Was also ist in der Zwischen­zeit passiert, dass man mit der Veröffentlichung bis jetzt gewartet hat. Als nächstes stellt sich die Frage, was von diesen Zahlen hat die Führung des Fonds bereits bei den Gesell­schafter­versammlungen Ende Juli 2016 gewusst und den Anlegern trotz Fragen nach den Jahres­abschlüssen nicht gesagt.

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Bilanzen 2013 sind ein Fiasko

Die Frage, wohin das Geld gegangen ist, lässt sich bei jeder Bilanz der vier noch aktiven Fonds stellen. Ein schlaglichtartiger Blick in die im Oktober 2016 veröffentlichen Zahlenwerke lassen – im Telegramm­stil formuliert – Folgendes erkennen und damit schon die Problem­felder erahnen:

EGI-Fonds 15

Was zunächst bei der Bilanz EGI-Fonds 15 auffällt, ist das „Zusammen­schrumpfen“ der Finanz­anlagen von ca. € 9,76 Mio. auf nur € 1,00 und ein nicht durch Vermögens­einlagen gedeckter Betrag von € 3,22 Mio. sowie ein Jahresfehl­betrag von € 10,70. Das Kommandit­kapital wird mit € 0,00 ausgewiesen (Vorjahr € 9,88 Mio.)

EGI-Fonds 17

Auch bei EGI-Fonds 17 ist der Bereich Finanz­anlagen gering, denn er wird mit lediglich € 1,00 notiert. Der Jahresfehl­betrag liegt bei € 1,04 Mio. Die Rück­stellungen sind in gleicher Höhe gebildet worden.

EGI-Fonds 18

Die Finanz­anlagen des EGI-Fonds 18 werden gleichfalls mit € 1,00 in der Bilanz angesetzt, dagegen beträgt das Guthaben bei Kredit­instituten € 0,5 Mio. Der Jahresfehl­betrag hat das Volumen von € 34,13 Mio. erreicht und das Kapital der Kommanditisten liegt bei € 0,00.

EGI-Fonds 20

Die im Vorjahr notierten Finanz­anlagen betrugen € 2,358 Mio. und sanken in 2013 auf € 1,00. Zu erkennen ist ein nicht durch Vermögens­einlagen gedeckter Verlust­anteil in Höhe von € 676.000. Der Blick auf die Passivseite zeigt einen Jahresfehl­betrag von € 2,67 Mio. und ein Kommandit­kapital von 0,00 (Vorjahr € 3,119 Mio.).

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Gute Zahlen für die Euro Grundinvest Holding GmbH & Co. KG (EGI-Holding KG)

Geht es den EGI-Fonds in dem Geschäfts­jahr 2013 nicht so gut, fällt bei dem Blick der Zahlen, die sich bei der EGI-Holding finden, auf, dass ihr Geschäfts­jahr keinen Verlust ausweist.

Jahres­abschlüsse für die Objekt­gesellschaften, die in Spanien investierten, sucht man für das Jahr 2013 bei den Ver­öffentlichungen im Bundes­anzeiger vergebens, während für die meisten anderen Objekt­gesellschaften die Bilanzen für 2013 veröffentlicht wurden. Warum man zu den Verhältnissen in Spanien schweigt, ist nicht verständlich. Auch hier mag man fragen: Was gibt es auf der spanischen Insel Mallorca, wo sich auch Immobilien befinden, zu verschweigen? In den so genannten Objekt­gesellschaften werden die Immobilien verwaltet, die die Euro-Grundinvest Gruppe entwickelte.

Stellungnahme der Kanzlei Göddecke RECHTSANWÄLTE

Für den Investor geben diese Zahlen – auch wenn sie nur fragmentarisch dargestellt worden sind – Anlass zur Sorge, denn es findet sich keine plausible Erklärung, warum Verluste entstanden sind. Außerdem liegt vollkommen im Dunklen, wie sich die Zahlen weiter entwickelt haben, denn ein Blick in das auch bereits abgelaufene Jahr 2014 oder sogar 2015 findet sich nicht. All das sind Punkte, um sich als Anleger der EGI-Fonds zu fragen, wie es künftig weiter­laufen soll, vor allem wenn man bedenkt, dass Insolvenz­anträge für die zentralen Unternehmen – die so genannten Gründungs­gesellschaften – im Oktober 2016 gestellt worden sind (EGI Grundinvest Fonds: Insolvenz­anmeldung für EGI-Gründungs­gesellschaften).

Praxistipp der Kanzlei Göddecke RECHTSANWÄLTE

Wer als Anleger auf Nummer sicher gehen will, sollte unbedingt beachten, dass die persönliche Haftung für ihn im Raume stehen kann. (EGI Euro Grundinvest: Anleger­haftung bis ins Privat­vermögen). Wer sich für eine Eliminierung seiner persönlichen Haftung einsetzen will, findet Orientierung in unserem Rundbrief Nr. 4).

Ein Fachbeitrag von [Anbieter­kenn­zeichnung]

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