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Familienrecht | 30.01.2019

Trennung mit Kind

Ferien im Umgangs­recht: Wem welche Rechte bei der Ferien­gestaltung zustehen

Gesetzliche Regelung hinsichtlich des Umgangs­rechts in den Ferien nicht gegeben

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Guido Lenné

Bei einer Trennung mit Kindern gibt es häufiger Probleme in Bezug auf das Umgangs­recht. Insbesondere in der Ferienzeit kommt es zu Streitig­keiten zwischen getrennt lebenden Eltern, nämlich dann, wenn es um die Ferien­regelung geht. Wer darf das Kind wie lange in den Ferien zu sich nehmen? Wer darf Heiligabend mit dem Kind verbringen?

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Umgangsrecht ist im Gesetz geregelt

Die grundsätzliche Regelung zum Anspruch auf Umgang lautet: Jedes Kind hat ein Recht auf Umgang mit beiden Eltern­teilen (vgl. § 1684 BGB).

§ 1684 Abs. 1 BGB regelt dies wie folgt:

1. Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil.

2. Jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.

Der Gesetzgeber hat nicht ohne Grund vorangestellt, dass in erster Linie das Kind das Recht auf Umgang mit seinen Eltern hat. Erst in Nummer 2 des ersten Absatzes wird geregelt, dass jedes Elternteil die Verpflichtung und das Recht auf Umgang mit dem gemeinsamen Kind hat. Hintergrund: Es ist wissen­schaftlich erwiesen, dass sich das Kind am besten entwickelt, wenn sowohl der Vater als auch die Mutter an der Erziehung teilhaben.

Das Umgangsrecht in den Ferien

Der getrennt lebende Elternteil, bei dem das Kind nicht wohnt, hat grund­sätzlich einen Anspruch auf Umgang mit dem Kind. Auch darf er in den Ferien Umgang mit dem Kind haben und mit ihm verreisen. Allerdings sollte hier frühzeitig der andere Elternteil benach­richtigt werden und zuvor die Zustimmung eingeholt werden. Zur besseren Planung des Urlaubs ist es daher notwendig, frühzeitig die Umgangs­zeiten miteinander abzusprechen.

Sollte eine Einigung nicht möglich sein, so kann mithilfe des Jugendamtes eine Regelung gefunden werden. Gegebenenfalls kann auch eine gerichtliche Regelung notwendig sein, wenn der Vermittlungs­versuch des Jugendamtes nicht erfolgreich war. In diesem Fall kann das Familien­gericht eingeschaltet werden.

Eine gesetzliche Regelung hinsichtlich des Umgangs­rechts in den Ferien gibt es nicht. Die Eltern sollen und können diese Zeiten selber bestimmen. Allerdings ist immer auch das Kindeswohl hierbei zu berücksichtigen. Das heißt, die Wünsche und das Alter des Kindes müssen berücksichtigt werden.

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Urlaubsreisen mit dem Kind

Bei Urlaubs­reisen ist zu beachten, dass das Reisen innerhalb Deutschlands und im EU-Ausland als Reise eingestuft wird, die das tägliche Leben betrifft. Der umgangs­berechtigte Elternteil kann solche Reisen also uneingeschränkt beanspruchen. Etwas anderes gilt für Fernreisen und Fahrten in Länder, für die beispiels­weise eine Reise­warnung vorliegt. Eine solche Unter­nehmung wäre für das Kind von erheblicher Bedeutung, sodass sie nur in Abstimmung und mit Zustimmung des anderen Elternteils geplant werden darf.

Umgangsrecht mit Dritten

Nicht nur die biologischen Eltern haben ein Recht auf Umgang. Auch denjenigen, die längere Zeit in häuslicher Gemein­schaft mit dem Kind gelebt haben, steht ein Umgangs­recht zu.

§ 1685 Abs. 2 BGB regelt, dass enge Bezugs­personen des Kindes ein Umgangs­recht haben, wenn sie für das Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben und eine sozial-familiäre Beziehung besteht. Unter diese Regelung fallen beispiels­weise Großeltern und Geschwister. Auch diese haben also ein Umgangs­recht mit dem Kind, wenn damit dem Kindeswohl gedient ist.

Gestaltung des Umgangsrechts

Der Gesetzgeber hat hierzu keine Regelung vorgeschrieben. Es gelten folgende Orientierungs­hilfen:

Das Umgangs­recht für kleine Kinder sollte sich auf stunden­weisen Kontakt beschränken. Allerdings sollte dieser Kontakt einmal wöchentlich stattfinden.

Ab einem Alter von drei Jahren können regelmäßige Über­nachtungen stattfinden.

Für Schulkinder gilt, dass ein Umgang alle zwei Wochen an den Wochenenden mit Übernachtung stattfinden kann.

Beide Elternteile haben darauf zu achten, dass Beeinträchtigungen des Umgangs­rechtes zu unterlassen sind. Das Verhältnis des jeweils anderen Elternteils soll nicht beeinträchtigt oder erschwert werden.

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Sprechen Sie uns an - wir helfen Ihnen gerne!

In der Praxis gestaltet sich das leider oft schwieriger als hier beschrieben. Wenn es bei Ihnen häufiger zu Streitig­keiten zum Umgangs­recht in den Ferien oder im Allgemeinen kommt, ist es ratsam, sich von einem Anwalt vertreten zu lassen. Gerne können Sie uns in einem persönlichen Gespräch Ihre Situation schildern und sich von uns beraten lassen. Das Erst­gespräch ist übrigens kostenlos.

Ein Fachbeitrag von [Anbieter­kenn­zeichnung]

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