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Bankrecht und Kapitalanlagenrecht | 20.03.2018

Container-Direkt­investment

P&R Transport-Container GmbH: Was bedeutet der plötzliche Stopp für Anleger?

Über 1.000.000 Euro Verpflichtungen der P&R Equipment Corp., Zug

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Hartmut Göddecke

Erweist sich das von der P&R-Gruppe ins Leben gerufene Container Investitions-Programm als „Black-Container-Box“? In 2017 – veröffentlicht auf der Internet­seite der Zeitschrift Test (20.06.2017) – sind schon kritische Stimmen von Anlegern zu hören, weil es zu Zahlungs­ver­zögerungen kam.

Einige Kritikpunkte nennt TEST ganz deutlich:

  • Unklare Alters­angabe gebrauchter Container
  • Ungesichertes Rückkauf­verhältnis nach Mietphase
  • Rahmen­vertrag mit der P&R Equipment & Finance Corp., Zug (Schweiz), wird nicht veröffentlicht
  • Marktpreise auf dem Container­markt nicht ausreichend erklärt

Container Direktin­vestments:

Das aktuelle Angebot der P&R TC GmbH (Angebot Nr. 5005) ist Anfang März 2018 plötzlich aus dem Vertrieb genommen worden. Nicht nur Anleger werden über das Schicksal ihrer Geldanlage im Unklaren gelassen, sondern auch Geschäfts­partner der P&R-Gruppe.

Erinnerungen an die Magellan Maritime Services – Container Investments – und deren Insolvenz werden wach.

Ein Geschäft mit unklarer Zukunft

Wer den Prospekt zum Angebot Nr. 5005 vom Januar 2018 liest, wird schnell erkennen, dass die im Schweizerischen Zug angesiedelte P&R Equipment & Finance Corp. die ganz zentrale Rolle spielt. Dieses Unternehmen ist in dem Container-Direkt­investment der entscheidende geschäftliche Dreh- und Angelpunkt. Über dieses Unternehmen werden der Ankauf, die Vermietung und der Rückkauf von den Container-Investoren gesteuert. Umso wichtiger ist die Solvenz dieser Schalt­stelle. Liest man in der Bilanz 2015, dass gegenüber den drei Unternehmen aus dem P&R-Unternehmen

  • P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH
  • P&R Gebraucht­container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH
  • P&R Container Leasing GmbH

Verpflichtungen per Dezember 2020 in Höhe von € 1.049.601,590 ausgewiesen sind, muss man ein hohes Vertrauen in die Gesamtheit der Container-Investitionen haben: Denn die aktuell im Bestand der P&R-Gruppe befindlichen Container müssen dann mit diesem Volumen ihre Abnehmer finden. Ob das der Markt jedoch hergibt und wie das gesichert wurde, ist in dem Prospekt nicht ausreichend beschrieben. Zweifel bleiben angesichts der Schiff­fahrts­krise angebracht.

Verkaufsrisiken liegen auf der Hand

Hier zeigen sich die möglichen Risiken für die Anleger: Denn wird das Container-Portfolio nicht prospekt­gemäß an Dritte verkauft, kann es sein, dass es keinen Rückfluss der rechnerisch ermittelten 65 % Verkaufs­erlöse gibt. Im besten Fall ist ein ungewisser Minder­ertrag die Folge. Die Chance auf einen schlechten Abverkauf ist für die Anleger alles andere als verlockend, denn sie selbst werden sich wohl darum kümmern können, die gebrauchten Container gewinn­bringend zu veräußern. Auch die Alternative, die alten Container zu behalten und selbst in das Vermietungs­geschäft einzusteigen, ist für den normalen Anleger wohl ernsthaft kaum ein lukrativer Nebenjob.

Wer meint, dass ein Verkauf dieser alten Container leicht werden würde, ist optimistisch, denn mehr als die Hälfte des wirtschaftlichen Lebens dieser „Blechboxen“ ist schon passé. Wer Interesse an solch gebrachten Containern hat, erklärt der Prospekt jedenfalls nicht.

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