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Strafrecht | 25.01.2022

Trick-Betrug

Achtung: Betrüger versuchen mit perfiden Tricks an das Ersparte von Senioren zu gelangen

Mit diesen Tricks zocken Betrüger Senioren ab

In der Region Hannover sind in den vergangenen Wochen vermehrt Betrugsstraftaten angezeigt worden, bei denen die Täter teilweise hohe Geldsummen und Wertsachen erbeuten konnten. In den meisten Fällen bemerkten die Betroffenen jedoch rechtzeitig den Schwindel. Die Polizei Hannover warnt gemeinsam mit dem Amtsgericht Hannover erneut vor Anrufen von Enkeltrickdieben.

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Der Kriminal­polizei Hannover werden immer wieder Fälle bekannt, bei denen meist Senioren um ihr Erspartes und Wertsachen gebracht wurden. Dabei wenden die verschiedenen Täter unter­schiedliche Betrugs­maschen an.

Masche des “Enkeltricks“

Bei dem klassischen Enkeltrickbetrug nimmt ein Täter oder eine Täterin telefonisch Kontakt zu einem Senior oder einer Seniorin auf, täuscht vor, Angehöriger (meist Enkelkind) zu sein und für beispiels­weise einen Immobilien- oder Autokauf dringend Geld zu benötigen. Durch den vermeintlichen Enkel wird im Gesprächsverlauf (Bar-)Geld, Schmuck und Gold gefordert. Die Wertsachen sollen durch eine weitere Person abgeholt werden.

Die neue Masche: Der falsche Polizeibeamte kombiniert mit „Enkeltrick“

Eine neuere Vorgehensweise der Trick­betrüger kombiniert den Enkeltrick mit dem Ausgeben als angebliche Polizei­beamte. Bei einem aktuellen Fall vom Donnerstag, 20.01.2022, erhielt gegen 12:00 Uhr eine 83-Jährige aus dem hannoverschen Stadtteil Ahlem einen Anruf ihres vermeintlichen Enkels. Der weinende Mann schilderte ihr von einem tödlichen Verkehrs­unfall, den er verursacht habe. Im weiteren Verlauf übergab er den Hörer an eine angebliche Polizistin, die der erschütterten Seniorin erklärte, dass sie eine Kaution von 20.000 Euro zu zahlen habe, damit ihr Enkel nicht in Haft müsse. Diese Kaution sollte die 83-Jährige bei einer vermeintlichen Außens­telle des Amts­gerichts Hannover bezahlen. Als die Seniorin gegen 13:30 Uhr beim echten Amtsgericht Hannover erschien, flog der Schwindel zum Glück auf. „Am Eingang sprach sie die Wachtmeister an, schilderte ihr Anliegen und sagte, dass sie erst ihren Enkel sehen will, bevor sie das Geld übergibt„, so André Simon, Sprecher des Amts­gerichts Hannover. Die Justizangestellten beruhigten die Seniorin und benachrichtigten die Polizei.

Am selben Tag waren zwei weibliche Täterinnen allerdings erfolgreich. Sie täuschten einem 66-Jährigen aus Oberricklingen als vermeintliche Tochter ebenfalls einen tödlichen Verkehrs­unfall vor. Eine falsche Polizistin habe dann telefonisch die Daten des Seniors erfragt. Um die vermeintliche Unfall­verursacherin von der Haft zu befreien, forderte die angebliche Polizistin den Mann am Telefon auf, eine Kaution zu zahlen. Der geschockte Senior holte 12.000 Euro von seinem Bankkonto und übergab das Geld absprachegemäß in der Nähe seiner Wohnung an einen Geldabholer.

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Kein Kavaliersdelikt

Auf die geschockten Senioren wird in den Telefon­gesprächen massiver Druck durch mehrere Sprecher wie Polizei, Staats­anwaltschaft und Richter ausgeübt, so dass diese schließlich dazu bewegt werden, ihr Geld bereitzustellen. Die Kriminal­polizei Hannover ermittelt in solchen Fällen wegen gewerbs- und bandenmäßiger Erpressung und macht klar: Es handelt sich hier keineswegs um Kavaliers­delikte. Hinter diesen Anrufen steckt eine hohe kriminelle Energie von organisierten Banden.

Tipps der Polizei

Sollten Sie von vermeintlichen Polizei­beamten oder vermeintlichen Angehörigen in Not­situationen angerufen werden, gelten folgende Hinweise der Polizei

  • Lassen Sie sich von solchen Anrufen nicht beunruhigen und legen Sie auf!
  • Gehen Sie nicht auf die Forderungen der Anrufenden ein!
  • Polizei oder andere Behörden und Institutionen fordern am Telefon niemals zur Zahlung von Kautionssummen auf! Detaillierte Nachfragen zu Vermögen und Wert­gegenständen werden durch die tatsächliche Polizei nie am Telefon getätigt!
  • Weder Polizei noch Justiz setzen Angerufene im Gespräch dermaßen unter Druck!
  • Trotz gegen­teiliger Auf­forderungen der Täterseite, wenden Sie sich an Verwandte, Freunde oder sonstige Vertrauens­personen!

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Quelle: PM des AG Hannover/Polizeidirektion Hannover/DAWR/ab
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