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Bankrecht, Kapitalanlagenrecht und Schadensersatzrecht | 14.02.2017

Schadens­ersatz­anspruch

Ökofonds Wölbern 03 ProKlima: Fehlerhafte Anlagen­beratung eröffnet Ansprüche auf Schadens­ersatz

Anlage­beratungen entsprechen oft nicht den Grund­sätzen einer anleger- und objekt­gerechten Beratung

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Marcel Seifert

Eine Geldanlage, die möglichst sicher ist, Rendite abwirft und auch noch nachhaltig in den Umwelt- oder Klimaschutz investiert, steht bei vielen Anlegern hoch im Kurs. Leider erleben Anleger mit Investitionen in solche Ökofonds auch immer wieder eine Bauch­landung. Statt Renditen werden Verluste erwirtschaftet. Das mussten auch die Anleger des Fonds Wölbern Private Equity Futur 03 – ProKlima (inzwischen Wölbern Invest Private Equity Futur 03 Environment) erfahren.

Der Fonds wurde im März 2008 aufgelegt und Anleger konnten sich mit einer Mindest­summe von 10.000 Euro beteiligen. Die Fonds­gesellschaft investierte wiederum in einen Private Equity Fonds und zusätzlich in Direkt­beteiligungen im Bereich Klimaschutz und Umwelt­technologien. Doch die Hoffnungen vieler auch ökologisch orientierter Anleger in eine nachhaltige und rendite­starke Kapital­anlage investiert zu haben, wurden enttäuscht. Zuletzt notierte der Kurs laut der Handels­plattform zweitmarkt.de nur noch bei 14 Prozent (Stand 18. Oktober 2016).

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Schadensersatzanspruch durch fehlerhafte Anlagenberatung

Viele Wölbern-Fonds gerieten in wirtschaftliche Schwierig­keiten, nachdem der ehemalige Wölbern-Chef Gelder aus diversen Fonds­gesellschaften abgezogen und veruntreut hatte. „Allerdings sind geschlossene Fonds grund­sätzlich einer ganzen Reihe von Risiken ausgesetzt. Das gilt auch für den Wölbern 03 ProKlima. Über diese Risiken müssen die Anleger im Zuge einer ordnungs­gemäßen Beratung auch umfassend aufgeklärt werden. Erfahrungs­gemäß hat diese Aufklärung aber oft zu wünschen übriggelassen, sodass Schadens­ersatz­ansprüche entstanden sein können“, erklärt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechts­anwälte.

Anleger wurden oft nicht über Risiken aufgeklärt

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechts­anwälte aus Stuttgart betreut bereits zahlreiche Mandanten verschiedener Wölbern-Fonds. Dabei zeigt sich immer wieder, dass die Anlage­beratung nicht den Grund­sätzen einer anleger- und objekt­gerechten Beratung entsprochen hat. So müssen die Anleger z.B. zwingend darüber aufgeklärt werden, dass erhaltene Ausschüttungen ggf. wieder zurück­gefordert werden können oder auch der Total­verlust der Einlage drohen kann. „Bei der Vermittlung von Ökofonds wie den Wölbern 03 ProKlima haben sich die Anlage­berater unserer Erfahrung nach aber häufig das ökologische Gewissen der Anleger zu Nutze gemacht und ließen Risiken wie das Wieder­aufleben der Kommanditisten­haftung oft genug unter den Tisch fallen. In Fällen einer fehler­haften Anlage­beratung kann häufig Schadens­ersatz geltend gemacht werden“, so Rechtsanwalt Seifert.

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Risikoaufklärung durch Übergabe des Emissionsprospekts

Die Risiko­aufklärung kann zwar auch durch die Übergabe des Emissions­prospekts erfolgen. „Dazu muss der Prospekt aber auch rechtzeitig übergeben werden und nicht erst am Tag der Zeichnung der Fonds­anteile. Ein Verkaufs­prospekt hat häufig mehr als 100 Seiten und dementsprechend muss der Anleger auch Zeit haben, diesen zu lesen und zu bewerten“, sagt Rechtsanwalt Seifert.

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