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Erbrecht und Steuerrecht | 27.02.2019

Erben im Ausland

Vorsicht Steuer­fallen - Erben über Grenzen hinweg

Steuerlast lässt sich mit optimaler Nachlass­planung auf ein Minimum reduzieren

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Gerald Freund

Sie haben ein Testament errichtet und Ihren Nachlass geregelt? Gut so. Leider tun dies viel zu Wenige. Nur etwa 25 bis 30 Prozent der Deutschen regeln Ihren Nachlass verbindlich, weil oft vollkommen falsche Vorstellungen darüber bestehen, welche Folgen ohne eine konkrete Regelung eintreten.

Aber auch wenn Sie eine Regelung getroffen haben, gibt es Fallstricke, die man beachten sollte. Besonders kompliziert wird es, wenn nicht nur deutsches Recht zu beachten ist, weil zum Beispiel ein Erbe im Ausland lebt oder sich Vermögensw­erte im Ausland befinden.

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Großzügige steuerliche Freibeträge für Erbschaften in Deutschland

In Deutschland haben wir uns daran gewöhnt, dass uns nahe­stehende Verwandte wie der Ehegatte, Kinder oder Enkelkinder, im Rahmen einer Erbschaft Großz­ügige steuerliche Frei­beträge in Anspruch nehmen können und daher in vielen Fällen überhaupt keine Erbschaft­steuer zahlen müssen. So steht Ehegatten ein Freibetrag von 500.000 Euro, Kindern ein Freibetrag von 400.000 Euro und Enkeln immerhin noch ein Freibetrag von 200.000 Euro zu. Weil diese Frei­beträge in Deutschland auch für Schenkungen zu Lebzeiten gelten und alle 10 Jahre in Anspruch genommen werden können, bietet sich für voraus­schauende Gestaltungen viel Raum.

Keine vergleichbaren Regelungen im Ausland

Im Ausland bestehen vergleichbare Regelungen oft nicht oder sind an zusätzliche Bedingungen geknüpft, die in der konkreten Konstellation nicht erfüllt sind, und dann zu einer unerwarteten und oft hohen Belastung mit Erbschaft­steuern führen können. Hierüber sind sich viele Menschen bei der Gestaltung ihres Nachlasses jedoch nicht im Klaren.

Zur Verdeutlichung ein konkretes Beispiel aus meiner Beratungspraxis:

Bei mir meldete sich ein seit vielen Jahren in Spanien lebender Deutscher, verheiratet mit einer Spanierin, und berichtet mir, dass vor einiger Zeit kurz hintereinander beide Eltern verstorben seien. Erben der Eltern seien er und seine drei in Deutschland lebenden Schwestern jeweils zu einem Viertel geworden. Das zum Erbe gehörende Eigenheim der Eltern sei inzwischen verkauft. Einschließlich des auf ihn entfallenden Anteils am Bargeld habe er einen Betrag von 210.000 Euro ausgezahlt erhalten.

Über meine Auskunft, dass er auf sein Erbe zwar in Deutschland keine Steuern entrichten, in Spanien jedoch rund 30.000 Euro Erbschaft­steuer bezahlen müsse, zeigte sich der Mandant recht schockiert, hatte er eine solche Steuerlast doch nicht erwartet.

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Doppelbesteuerungsabkommen gilt nicht für Erbschaften

Zwar gibt es zwischen Deutschland und Spanien ein Doppel­besteuerungs­abkommen, wodurch grund­sätzlich eine doppelte Steuer­belastung sowohl in Deutschland als auch in Spanien vermieden werden soll. Auf Erbschaften bezieht sich dieses Abkommen jedoch nicht.

Personen, die in Spanien ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, also zumindest alle Personen, die mindestens 184 Tage im Jahr in Spanien leben, sind dort unbeschränkt steuer­pflichtig, und zwar mit ihrem gesamten Einkommen, egal wo in der Welt es erzielt wird. Auch Erbschaften, zum Beispiel von in Deutschland lebenden Erblassern, unterliegen somit der Besteuerung in Spanien.

Autonome Gemeinschaften mit eigenen erbrechtlichen Regelungen

Nun muss man wissen, dass es in Spanien einerseits ein gesamt­spanisches Erbrecht, und darüber hinaus in den jeweiligen autonomen Gemeinschaften eigene erbrechtliche Regelungen gibt, die das zentral­spanische Erbrecht ergänzen oder ersetzen. Während das zentral­spanische Erbrecht auch für Kinder im Rahmen der Erbschaft­steuer nur einen sehr geringen Freibetrag von rund 16.000 Euro vorsieht, haben die autonomen Gemeinschaften hier teilweise sehr viel großz­ügigere Regelungen vorgesehen, die aber je nach Gemein­schaft erheblich variieren und von den unter­schiedlichsten Voraus­setzungen abhängig sein können.

Von den Regelungen der autonomen Gemein­schaft, in der mein Mandant lebt, konnte er jedoch nicht profitieren, denn stets wird die Anwendung der vorteil­haften Regelungen an die Bedingung geknüpft, dass auch der Erblasser seinen gewöhnlichen Aufenthalt dort hatte. Dies war hier aber nicht der Fall, denn seine Eltern lebten ja bis zu ihrem Tod in Deutschland.

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Nachlassplanung nicht ohne kompetente Beratung

Dieses Beispiel zeigt, dass es bei der Nachlass­planung auf jedes Detail ankommen kann. Lassen Sie sich davon aber nicht abschrecken, sondern nehmen Sie Ihre Nachlass­planung in Angriff und lassen Sie sich dabei von einem kompetenten Berater unterstützen.

Als Rechtsanwalt & abgado inscrito (ICAS n° 15.268, Europäischer Rechtsanwalt) stehe ich Ihnen als kompetenter Ansprech­partner für alle erbrechtlichen Frage­stellungen zur Verfügung. Rufen Sie mich an und vereinbaren Sie einen Termin für eine erste Beratung.

Ein Fachbeitrag von [Anbieter­kenn­zeichnung]

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