wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Erbrecht | 07.03.2016

Testament

Wenn das Original-Testament verschwunden ist - was tun?

Anwalt rät: Auch dann muss nicht alles verloren sein

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Anton Bernhard Hilbert

Die Gefahr des Verlustes umschwebt das Testament, jedenfalls dann, wenn es nicht hinterlegt ist. Wird der Verlust erst im Erbfall bemerkt, kann es nicht wiederholt werden. Dennoch muss damit nicht alles verloren sein.

Werbung

Nachweis des Erbrechts durch das Original-Testament

Grund­sätzlich kann nur an Hand eines Original-Testaments das Erbrecht nachgewiesen werden, §§ 2355, 2356 BGB.

Das ordentliche Testament kann entweder als öffentliches Testament vor dem Notar errichtet werden oder es wird als eigen­händiges Testament verfasst. Als solches muss es handschriftlich geschrieben und unter­schrieben werden.

Beim gemeinschaft­lichen Ehegatten­testament müssen beide Eheleute das handgeschriebene Testament unterschreiben. Für Not­testamente gelten spezielle Form­vorschriften.

Das öffentliche Testament wird in amtliche Verwahrung genommen. Dadurch ist es vor Verlust geschützt.

Das eigen­händige Testament wird nur auf Antrag in amtliche Verwahrung genommen. Oft wird es aber in ein Bank­schließfach gelegt, zwischen Bücher geschoben oder „unter der Nähm­aschine“ versteckt, so der Fall des Ober­landes­gerichts Karlsruhe in der Entscheidung vom 8. Oktober 2015 (11 Wx 78/14).

Wer das Testament in Besitz hat und es auffindet, muss es nach dem Tod des Erblassers im Original dem Nachlass­gericht abliefern. Das Nachlass­gericht eröffnet das Testament. Auf Antrag stellt es einen Erbschein aus.

Nachweis des Erbrechts durch eine Testamentskopie

Oft wird vom Original-Testament eine Kopie gefertigt, sei es aus Gründen der Sicherheit, sei es, um die vorgesehenen Erben frühzeitig zu informieren. Ist das Original verschwunden, so ist zumindest die Kopie des Testaments noch da. Die Fotokopie erfüllt nicht die Anforderungen an ein formgültiges eigen­händiges Testament. Aus der Testaments­kopie allein kann ein Erbrecht nicht abgeleitet werden.

Allerdings kann der Erbe den Nachweis seiner Berechtigung auch auf andere Weise führen als durch Vorlage des Original­testaments. Legt er die Kopie eines Testaments vor, kann er durch Zeugen­aussagen nachweisen, dass der Erblasser das Original des in Kopie vorhandenen Testaments errichtet hat. Auf diese Weise kann er das Nachlass­gericht von seiner Erben­stellung überzeugen. Ist der Beweis der formgültigen Errichtung und des genauen Inhaltes des Testaments erbracht, ist die Rechtslage nicht anders zu beurteilen, als wenn das Original-Testament vorgelegt worden wäre.

An den Nachweis, dass der Erblasser das in Kopie vorliegende Testament tatsächlich errichtet hat, sollen strenge Anforderungen zu stellen sein. Meist genügt es aber, wenn ein zuverlässiger Zeuge dem Gericht über die Errichtung des Testaments berichten kann. Allerdings müssen die Zeugen das Testament im Original auch gesehen haben. So konnte die Ehefrau nachweisen, dass sie das noch in Kopie vorhandene Ehegatten­testament zusammen mit ihrem Ehemann errichtet und wo sie das verschwundene Original verwahrt gehabt hatte. Das Gericht war deshalb überzeugt, dass der Ehemann das Original des Testaments zusammen mit der Ehefrau unter­schrieben, beide damit ein formwirksames Testament errichtet hatten, dessen Inhalt die Kopie wiedergab. Ihr Kampf um das Erbrecht hat sich gelohnt, trotz schwieriger Ausgangs­lage.

Werbung

Nachweis des Testamentinhalts durch Zeugenaussagen

Der Nachweis, dass der Erblasser ein formwirksames Testament errichtet hat, kann auch dann geführt werden, wenn vom verschwundenen Testament keine Kopie gefertigt worden ist. Allein der Umstand, dass das Testament verschwunden ist, ändert nichts an seiner fortbestehenden Wirksamkeit (Oberlandes­gericht München vom 22.04.2010 – 31 Wx 11/10).

Allerdings kann der Inhalt eines verschwundenen Testaments praktisch nicht mehr durch Zeugen­aussagen nachgewiesen werden oder allenfalls dann, wenn es sich nur um eine sehr einfache Verfügung handelte – beispiels­weise die Erb­einsetzung des überlebenden Ehegatten. Der Zeuge muss zwar nicht bei der Errichtung des Testaments anwesend gewesen sein, er muss aber das Original-Testament gesehen und seinen Inhalt zur Kenntnis genommen haben. Liegt eine Kopie des Original-Testaments vor, so ist dessen Inhalt leichter nach­zuweisen.

Schutz vor Verlust des Testaments

Die Anforderungen der Gerichte an den Nachweis, dass ein verschwundenes Testament formgültig und mit entsprechendem Inhalt errichtet worden war, sind streng. Zu Recht: Die Gerichte wollen Missbrauch und eine bequeme Art der Erb­schleicherei einen Riegel vorschieben. Der Nachweis bereitet deshalb Schwierig­keiten, wenn das Testament verschwunden ist.

Häufig kommt es in solchen Situationen zu teuren Rechts­streitigkeiten, deren Ausgang schwer vorherzusehen ist. Jeder Erblasser sollte das die günstige Möglichkeit nutzen, sein eigen­händiges Testament beim Nachlass­gericht zu hinterlegen. Die Hinterlegung in die besondere amtliche Verwahrung nach § 2248 BGB hindert ihn übrigens nicht daran, ein neues wirksames Testament zu verfassen. Gültig ist immer das zeitlich letzte Testament, gleichgültig, ob amtlich verwahrt oder zu Hause versteckt.

Werbung

Ein Fachbeitrag von [Anbieter­kenn­zeichnung]

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  2 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#2131

Rechtsanwalt Prof. Dr. Marco Rogert

Abgas­skandal

Bereits mehr als ein Dutzend Klagen wegen manipulierter Mercedes-Benz-Fahrzeuge im Abgas­skandal anhängig

RechtsanwaltProf. Dr. Marco Rogert

[21.07.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie im Abgas­skandal führende Düsseldorfer Anwalts­kanzlei Rogert & Ulbrich teilt mit, dass die am Wochenende in der Bildzeitung verbreitete Meldung, wonach die erste Klage wegen manipulierter Mercedes-Benz Fahrzeuge in Bochum eingereicht worden sei, falsch ist.

Rechtsanwalt Hartmut Göddecke

Mahn­bescheid

NL Nord Lease AG setzt fragliche Forderungen gegen Anleger per Mahn­bescheid durch

RechtsanwaltHartmut Göddecke

[20.07.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternEs zeichnete sich ab, nachdem viele Anleger der NL Nord Lease AG zum Ende des letzten Jahres aus der atypisch stillen Beteiligung „hinaus­gekündigt“ wurden. Jetzt die dicke Rechnung. Die NL Nord Lease AG macht die angeblichen Forderungen aus der Auseinander­setzung des jeweiligen Gesellschafts­verhältnisses per Mahn­bescheid geltend.

Rechtsanwalt Florian Hitzler

Insolvenz

Antrag auf Insolvenz in Eigen­verwaltung: Anleger der Alno AG müssen finanzielle Verluste befürchten

RechtsanwaltFlorian Hitzler

[19.07.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie Alno AG wagte 1995 den Gang an die Börse. 22 Jahre später hat der Absturz des Küchen­herstellers aus Pfullendorf einen Tiefpunkt erreicht. Wegen Zahlungs­unfähigkeit werde Antrag auf Insolvenz in Eigen­verwaltung gestellt, teilte das Unternehmen am 11. Juli mit. Das zuständige Amtsgericht Hechingen wird nun prüfen, ob es dem Antrag zustimmt.

Rechtsanwalt Robert Binder

Branchen­buch­abzocke

Achtung Umbenennung: Betreiberin der abvz benennt sich in Peters Online Verlag GmbH um

RechtsanwaltRobert Binder

[18.07.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDer Name ist zwar neu, aber nach wie vor wird versucht, mit Hilfe von mitgeschnittenen Telefon­gesprächen Rechnungen wegen eines abgeschlossenen Vertrags über einen Business Eintrag zu legitimieren.

Rechtsanwalt Prof. Dr. Marco Rogert

VW Abgas­skandal

Drei Oberlandes­gerichte klar auf Seiten der Kläger - VW und seine Händler reagieren mit Rückzug

RechtsanwaltProf. Dr. Marco Rogert

[17.07.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie in der rechtlichen Aufarbeitung des Diesel­abgas­skandals führende Düsseldorfer Kanzlei Rogert & Ulbrich mit über 2.500 Mandanten im Abgas­skandal hält die Rechtslage in den Fällen, in denen der Kläger Rücktritt vom Kaufvertrag begehrt, für obergerichtlich weitestgehend geklärt.

Rechtsanwalt Thomas Brunow

Fahrverbot

Absehen vom Fahrverbot wegen eines sog. Augenblicks­versagens bei einer Geschwindigkeits­überschreitung

RechtsanwaltThomas Brunow

[14.07.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternUnter Umständen kann von einem Fahrverbot abgesehen werden, sofern der Betroffene ein Verkehrs­zeichen in einem kurzen Moment der unverschuldeten Unaufmerksamkeit ein Verkehrs­zeichen übersieht. In diesem Fall spricht man von einem Augenblicks­versagen.

Kanister im Kofferraum

Kraftstoff in Reserve­kanister: Sprit­reserve nicht überall erlaubt

RechtsanwältinTeresa Baudis

[13.07.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternWer in den Sommer­ferien oft mit dem Auto verreist, hat sich vielleicht schon einmal Gedanken darüber gemacht, neben dem üblichen Reise­gepäck einen Ersatz­kanister mit Benzin mitzunehmen.

Rechtsanwalt Robert Binder

Bürger-Info-Folder

Bürger-Info-Folder „Energie-Umweltschutz-Gesundheit“: Vorsicht vor der Regio Marketing SRL

RechtsanwaltRobert Binder

[12.07.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie Regio Marketing SRL tritt unter dem Slogan „Ihr Partner für Magazin­druck“ als Betreiberin eines Bürger-Info-Folders „Energie-Umwelt­schutz-Gesundheit“ in Erscheinung. Dabei handelt es sich um einen Werbe­träger, in dem Gewerbe­treibende und Frei­berufler Anzeigen schalten können.

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d2131
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!