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Arbeitsrecht | 30.11.2016

Weihnachtsgeld

Fragen und Antworten zum Thema Weihnachtsgeld

Der zusätzliche Geldsegen am Jahresende

Wer bekommt eigentlich Weihnachtsgeld? Wie hoch fällt die Sonderzahlung aus? Muss ich es versteuern? Ist Weihnachtsgeld das 13. Gehalt? Wissenswertes zum zusätzlichen Geldsegen des Arbeitgebers.

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Was ist eigentlich das Weihnachtsgeld?

Rechtlich gesehen ist es ein zusätzliches Entgelt, das der Arbeitgeber an seinen Arbeitnehmer auszahlt. In den meisten Unternehmen wird es im November mit dem monatlichen Gehalt ausgezahlt. Wie der Name schon verrät, war es ursprünglich vor allem dafür gedacht, Geschenke für Weihnachten zu kaufen. Genauer betrachtet ist das Thema Weihnachtsgeld aber recht komplex. Und über die Summe des Weihnachtsgeldes, wann genau es gezahlt wird und ob Sie überhaupt Weihnachtsgeld erhalten, entscheidet einzig und allein Ihr Arbeitgeber oder die Tarifvertragsparteien.

Darf Weihnachtsgeld gepfändet werden?

Wer in den Genuss von Weihnachtsgeld kommt, kann sich über mehr Gehalt für den Kauf von Weihnachts­geschenken freuen. Die Freude kann sich jedoch in Grenzen halten, wenn einem ein Gläubiger im Nacken sitzt. Grundsätzlich darf auch Weihnachtsgeld gepfändet werden. Bei der Pfändung ist allerdings einiges zu beachten und es gibt Grenzen (vgl. ausführlich: Darf Weihnachts­geld gepfändet werden?).

Kann das Weihnachtsgeld bei Krankheit gekürzt werden?

Als Arbeitnehmer sollte man besser nicht krank werden. Denn einige Arbeitgeber kommen auf die Idee, das Weihnachtsgeld entsprechend der Krankheitstage zu kürzen. Doch ist dies überhaupt zulässig? Diese Frage haben die Arbeitsgerichte bisher unterschiedlich beantwortet (vgl. ausführlich: Darf der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld bei Krankheit des Arbeitnehmers kürzen?).

Muss man Weihnachtsgeld zurückzahlen, wenn das Arbeitsverhältnis endet?

In bestimmten Fällen kann der Arbeit­nehmer dazu verpflichtet sein, geleistetes Weihnachts­geld zurück­zuzahlen. Denn einige Unternehmen vereinbaren mit ihren Angestellten für die Rück­zahlungs­verpflichtung eine Stichtags­regelung für den Fall, dass der Arbeit­nehmer das Arbeits­verhältnis kündigt. Das Bundes­arbeits­gericht hat jedoch Grenzen für eine solche Verpflichtung gezogen, um eine übermäßig lange Bindung des Arbeit­nehmers an das Unternehmen zu verhindern (vgl. ausführlich: Muss der Arbeit­nehmer im Falle der Beendigung des Arbeits­verhältnisses Weihnachts­geld zurück­zahlen?).

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Was ist, wenn man vor Auszahlung des Weihnachtsgelds aus dem Unternehmen ausscheidet?

Ob einem Arbeitnehmer ein Anspruch auf Auszahlung des Weihnachtsgelds zusteht, wenn er vor dem Stichtag aus dem Unternehmen ausscheidet, hängt von der rechtlichen Ausgestaltung der Sonderzahlung ab (vgl. ausführlich: Besteht auch bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem Unternehmen Anspruch auf Weihnachtsgeld?).

Weihnachtsgeld und 13. Monatsgehalt: Was ist der Unterschied?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Weihnachtsgeld oft mit dem 13. Monatsgehalt verwechselt. Denn für viele Arbeitnehmer ist das Weihnachtsgeld eben auch ein 13. Monatsgehalt – aber aus rechtlicher Sicht gibt es Unterschiede. Das Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Sonderzahlung des Arbeitgebers. Das 13. Monatsgehalt ist eine festgelegte Gehaltserhöhung und Entgelt für erbrachte Arbeitsleistung. So weit so gut. Im Falle einer Kündigung vor Jahresende jedoch würde das 13. Gehalt anteilig auf das Kalenderjahr verteilt und ausgezahlt. Weihnachtsgeld hingegen müssen Sie möglicherweise sogar zurückzahlen, wenn Sie das Unternehmen verlassen.

Bekommt jeder Arbeitnehmer Weihnachtsgeld?

Ein allgemeines Recht auf Weihnachtsgeld gibt es leider nicht. Die Sonderzahlung erfolgt nur, wenn dies im Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag verankert ist. Ein Blick in den Arbeitsvertrag hilft. Die gute Nachricht: Jeder Arbeitnehmer kann Weihnachtsgeld bekommen, egal, ob er Vollzeit arbeitet, teilzeitbeschäftigt ist oder einen Minijob hat. Auch Azubis gehen nicht leer aus. Für Beamte gelten gesetzliche Regelungen, nach denen sie Weihnachtsgeld erhalten. Ein besonderer Fall ist die betriebliche Übung. Zahlt Ihnen Ihr Arbeitgeber beispielsweise über mehr als drei Jahre in Folge ohne Freiwilligkeitsvorbehalt das Weihnachtsgeld, so können Sie Rechtsansprüche stellen. Denn aus freiwilligen Leistungen des Arbeitgebers werden durch die betriebliche Übung verpflichtende Leistungen.

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Wie viel Weihnachtsgeld ist normal?

Es gibt keine Pauschale oder einen Prozentsatz, den Sie anwenden können, um die Höhe des Weihnachtsgeldes zu berechnen. Schließlich entscheidet Ihr Arbeitgeber oder der Tarifvertrag über die Höhe Ihres Weihnachtsgeldes. Zahlreiche Angestellte erhalten ein Brutto-Monatsgehalt zusätzlich zu ihrem Gehalt im November. Das ist oft aber auch schon die Höchstgrenze. Faktoren, die generell die Höhe des Weihnachtsgeldes beeinflussen können, sind die Branche, in der Sie arbeiten, das Unternehmen und die Dauer Ihrer Betriebszugehörigkeit.

Wie wird das Weihnachtsgeld versteuert?

Die Summe des Weihnachtsgeldes sehen Sie meistens auf Ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung im November. Es wird auf Ihren Bruttomonatsverdienst aufgeschlagen. Auf das Weihnachtsgeld sind Steuern und im Rahmen der Beitragsbemessungsgrenze auch Sozialabgaben zu zahlen.

Quelle: ARAG/DAWR/ab/pt
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