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Mietrecht | 11.01.2019

Betriebskostenabrechnung

Betriebskostenabrechnung 2018: Bis wann muss der Vermieter die Nebenkostenabrechnung 2018 dem Mieter mitteilen?

Haben die Mieter und Vermieter im Mietvertrag vereinbart, dass der Mieter die Betriebskosten als Vorauszahlung zu leisten hat, so muss der Vermieter über die Nebenkosten jährlich abrechnen und diese Abrechnung dem Mieter zukommen lassen. Geschieht dies nicht rechtzeitig, so kann der Vermieter keine Nachzahlungen geltend machen. Doch bis zu welchem Zeitpunkt muss die Nebenkostenabrechnung dem Mieter zugehen?

Die Betriebskostenabrechnung zu erstellen, ist gar nicht so einfach

Viele Vermieter tun sich schwer, die Betriebskostenabrechnung zu erstellen. Bei den vielen Abrechnungsposten in der Betriebskostenabrechnung ist es auch gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Auch ist immer fraglich, was genau als Betriebskosten abgerechnet werden darf.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass fast jede 2. Nebenkostenabrechnung einem Bericht zufolge falsch sein soll.

Viele Vermieter scheuen sich daher vor der Erstellung der Betriebskostenabrechnung und schieben diese lästige Pflicht vor sich her.

Betriebskostenabrechnung 2018 nicht mehr bezahlen, wenn sie zu spät kommt

Manche Vermieter lassen sich mit der Erstellung der Betriebskostenabrechnung sehr viel Zeit und der Mieter erhält sie erst Jahre später. Dann ist der Mieter allerdings fein raus und braucht die Betriebskostenabrechnung nicht mehr zu bezahlen.

Betriebskostenabrechnung 2018 erzwingen, wenn keine erstellt wird

In manchen Fällen erstelllt der Vermieter auch gar keine Nebenkostenabrechnung oder der Mieter muss ewig warten und fragt sich, ob er denn noch eine Abrechnung erhalten wird. In einem solchen Fall kann man als Mieter die Erstellung der Nebenkostenabrechnung erzwingen.

Wie lange darf sich der Vermieter denn für die Erstellung der Nebenkostenabrechnung Zeit lassen?

Bis wann muss der Vermieter die Betriebskostenabrechnung 2018 erstellen?

Die Betriebskostenabrechnung muss dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitgeteilt werden. Geregelt ist dies in § 556 Abs. 3 BGB. Interessant ist übrigens auch Abs. 4. Dieser bestimmt, dass es von dieser Regelung keine Abweichung zum Nachteil des Mieters geben darf.

§ 556 BGB - Vereinbarungen über Betriebskosten

(1) Die Vertragsparteien können vereinbaren, dass der Mieter Betriebskosten trägt. Betriebskosten sind die Kosten, die dem Eigentümer oder Erbbauberechtigten durch das Eigentum oder das Erbbaurecht am Grundstück oder durch den bestimmungsmäßigen Gebrauch des Gebäudes, der Nebengebäude, Anlagen, Einrichtungen und des Grundstücks laufend entstehen. Für die Aufstellung der Betriebskosten gilt die Betriebskostenverordnung vom 25. November 2003 (BGBl. I S. 2346, 2347) fort. Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates Vorschriften über die Aufstellung der Betriebskosten zu erlassen.

(2) Die Vertragsparteien können vorbehaltlich anderweitiger Vorschriften vereinbaren, dass Betriebskosten als Pauschale oder als Vorauszahlung ausgewiesen werden. Vorauszahlungen für Betriebskosten dürfen nur in angemessener Höhe vereinbart werden.

(3) Über die Vorauszahlungen für Betriebskosten ist jährlich abzurechnen; dabei ist der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten. Die Abrechnung ist dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitzuteilen. Nach Ablauf dieser Frist ist die Geltendmachung einer Nachforderung durch den Vermieter ausgeschlossen, es sei denn, der Vermieter hat die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten. Der Vermieter ist zu Teilabrechnungen nicht verpflichtet. Einwendungen gegen die Abrechnung hat der Mieter dem Vermieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung mitzuteilen. Nach Ablauf dieser Frist kann der Mieter Einwendungen nicht mehr geltend machen, es sei denn, der Mieter hat die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters von Absatz 1, Absatz 2 Satz 2 oder Absatz 3 abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Da in aller Regel der Abrechnungszeitraum identisch mit dem Kalenderjahr ist, muss die Abrechnung somit spätestens am 31.12. des auf den Abrechnungszeitraum folgenden Jahres dem Mieter zugehen.

Betriebskostenabrechnung 2018 bis zum 31.12.2019 möglich

Für die Nebenkostenabrechnung 2018, die sich auf den Zeitraum 1.1.2018 bis 31.12.2018 erstreckt, gilt der 31.12.2019 als Stichtag (vgl. ausführlich: Nebenkostenabrechnung Fristen: Bis wann muss ein Vermieter eine Betriebskostenabrechnung erstellt haben und welche Fristen gelten?).

Die Nebenkostenabrechnung 2018 kann der Vermieter daher dem Mieter bis zum 31.12.2019 zukommen lassen. Danach ist es für die Nebenkostenabrechnung 2018 zu spät.

In diesem Zusammenhang sei auf Urteile des Landgerichts Berlin hingewiesen, wonach der Vermieter einem Mieter unter Umständen fristlos kündigen kann, wenn der Mieter der Nachzahlungspflicht aus der Betriebskostenabrechnung nicht nachkommt.

Siehe zur Betriebskostenabrechnung auch folgende Rechtsprobleme:

Quelle: DAWR/pt
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