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Immobilienrecht und Mietrecht | 25.02.2016

Schimmel

Welche Schimmel­pilzarten sind toxisch?

Anwalt für Mietrecht beantwortet häufige Fragen zum Thema Schimmel­befall und Miet­minderung (Teil 2)
Fachbeitrag von Rechtsanwalt Alexander Bredereck

Schimmel­pilzarten werden von der Fachwelt in vier Risiko­gruppen (Risiko­gruppen 1-4) eingeteilt. Die Einteilung basiert auf § 3 der Biostoff­verordnung (Verordnung über Sicherheit und Gesundheits­schutz bei Tätig­keiten mit biologischen Arbeits­stoffen).

Im 1. Teil haben wir uns mit der Frage beschäftigt, was Schimmel ist, wann Schimmelpilze entstehen und was Wärmebrücken sind. Hier im 2. Teil geht es um die Schimmel­pilzarten und die vier Riskogruppen, in die sie eingeteilt werden.

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Schimmel­pilze werden in 4 Risiko­gruppen eingeteilt

Schimmel­pilze, die in Risiko­gruppe 1 fallen, sind grund­sätzlich unbedenklich. Bei diesen Schimmel­pilzen ist es unwahrscheinlich, dass sie bei Personen, die sich in den betroffenen Räumen aufhalten, Krankheiten verursachen. In dieser Risiko­gruppe befinden sich allerdings auch solche Schimmel­pilze, die bei stark immun­geschwächten Personen Schäden hervorrufen können und solche Schimmel­pilzarten, die Allergien hervorrufen können.

In Risiko­gruppe 2 fallen solche Schimmel­pilze, die bei Mietern bzw. bei Personen, die sich in den Räumen aufhalten, Krankheiten hervorrufen können.

In Risiko­gruppe 3 fallen Schimmel­pilze, die eine schwere Krankheit bei Mietern hervorrufen können oder im Fall betroffener Gewerbe­räume eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen können. Eine Vorbeugung oder Behandlung der durch diese Schimmel­pilze verursachten Krankheiten ist möglich.

In Risiko­gruppe 4 fallen Schimmel­pilzarten, die schwere Krankheiten hervorrufen, gegen die vorbeugende Maßnahmen und Behandlungen nicht bekannt sind.

Schimmel­pilzarten der Risiko­gruppen 2-4 sind toxisch

Toxisch sind also solche Schimmel­pilzarten, die in Risiko­stufen 2-4 einzuordnen sind. Die bekanntesten und in der Praxis weit häufigsten toxischen Schimmel­pilzarten sind Aspergillus fumigatus und Aspergillus flavus. Diese sind in Risikostufe 2 eingeordnet. Zu Risiko­gruppe 3 gehören die Schimmel­pilze Coccidioides immitis, Blastomyces dermatitidis und Histoplasma capsulatum.

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Welche Schimmel­pilzarten die Gesundheit gefährden, kann nur durch ein Sachverständigen­gutachten geklärt werden

Die Rechtsprechung hat keine konkreten Grenzwerte entwickelt, nach denen zwingend eine gesundheitliche Belastung der Mieter und damit ein Mangel der Mietsache gegeben ist. Wie das Kammer­gericht (Berlins höchstes Zivil­gericht) in einer Entscheidung vom 3.6.2010 (Akten­zeichen: 12 U 164/09) ausführte, kann die Frage, ob Schimmel­pilze in Mieträumen die Gesundheit der Bewohner gefährden, nicht allgemein beantwortet werden, sondern letztlich nur durch ein Sachverständigen­gutachten geklärt werden.

Ein Fachbeitrag von [Anbieter­kenn­zeichnung]

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