wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Arbeitsrecht | 15.11.2016

Minijob

Hat man als Minijobber weniger Arbeitnehmerrechte?

Für Minijobs gilt weitgehend der normale arbeitsrechtliche Schutz

Minijobs haben auf dem Arbeitsmarkt nicht den besten Ruf. Doch auch wenn die Verdienstmöglichkeiten aufgrund der geringfügigen Beschäftigung begrenzt sind: Minijobber genießen einen viel höheren Arbeitsrechtsschutz, als weithin angenommen. So sind Minijobs regulären Vollzeitbeschäftigungen rechtlich weitgehend gleichgestellt.

Werbung

Minijobs sind rechtlich gesehen normale Arbeitsverhältnisse, für die lediglich in wenigen Bereichen arbeitsrechtliche Sonderregelungen gelten. Dass in der Praxis manch ein Minijobber gegenüber seinen vollzeitbeschäftigten Kollegen dennoch schlechter gestellt wird, ist arbeitsrechtlich unzulässig. Minijobber dürfen aufgrund ihrer Teilzeitarbeit nicht diskriminiert werden und können juristisch gegen Benachteiligungen vorgehen.

Entgeltgrenze und Zeitgrenze beim Minijob

Mit dem Modell des Minijobs hat der Gesetzgeber eine steuerrechtlich und sozialversicherungsrechtlich privilegierte Form der Teilzeitbeschäftigung geschaffen. Gemäß § 8 Absatz 1 SGB IV (Sozialgesetzbuch Viertes Buch) liegt eine „geringfügige Beschäftigung“ (Minijob) vor, wenn das Arbeitsentgelt regelmäßig 450 Euro im Monat nicht übersteigt und der Minijobber nicht mehr als 50 Tage oder zwei Monate im Kalenderjahr arbeitet. Die Zeitgrenze ist derzeit bis Ende 2018 sogar auf 70 Tage oder drei Monate im Jahr erweitert.

Sozialversicherungsbeiträge und Steuern

Der große Vorteil für Minijobber und Arbeitgeber ist die gesetzliche Sonderstellung im Bereich der Sozialversicherungen und der Steuern. So sind die geringfügig Beschäftigten weitgehend versicherungsfrei. Sie sind aufgrund ihrer Beschäftigung weder kranken- noch arbeitslosenversichert und brauchen keine entsprechenden Beiträge zu zahlen. Auch besteht keine Pflegeversicherungspflicht.

Pauschalbeiträge des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber muss allerdings einen Pauschalbeitrag von 13 Prozent an die Krankenversicherung abführen, sofern der von ihm beschäftigte Minijobber nicht privat krankenversichert ist, 15 Prozent Pauschalbeitrag an die Rentenversicherung zahlen sowie eine Pauschale von 2 Prozent für Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätssteuer. Auch die Beiträge zur Unfallversicherung trägt der Arbeitgeber.

Werbung

Voller Arbeitsrechtsschutz für Minijobber

Der arbeitsrechtliche Schutz gilt weitgehend auch für Minijobber. Insbesondere der gesetzliche Kündigungsschutz, gesetzliche Urlaubsansprüche, Entgeltfortzahlung bei Krankheit, im Urlaub und an Feiertagen, Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie Mutterschutz gelten für Minijobber in gleichem Maß wie für ihre vollzeitbeschäftigten Kollegen. Das gilt auch für die betriebliche Mitbestimmung, wonach Minijobber das volle Recht auf Vertretung durch den Betriebsrat haben, und für Betriebsvereinbarungen, die ebenfalls umfassend für Minijobber gelten.

Entgeltfortzahlung bei Krankheit und im Urlaub

So steht Minijobbern gemäß dem Bundesurlaubsgesetz bezahlter Urlaub von mindestens 24 Werktagen pro Kalenderjahr zu. Entsprechend dem Entgeltfortzahlungsgesetz haben sie bei Arbeitsunfähigkeit (Krankheit) und an Feiertagen Anspruch auf Zahlung ihres Arbeitslohns. Wer arbeitsunfähig krankgeschrieben ist, braucht seine Fehlzeiten auch nicht nachzuholen.

Kündigungsschutz für Minijobber

Auch in Sachen Kündigung gibt es keine Sonderregelung für Minijobber. Sofern das Kündigungsschutzgesetz greift (grob gesagt ab 10 Beschäftigten im Betrieb mit einer wöchentlichen Arbeitszeit über 30 Stunden), kann eine Kündigung nicht mehr ohne einen Kündigungsgrund im Sinne des Kündigungsschutzgesetzes ausgesprochen werden. Es muss also beispielsweise ein Grund im Verhalten des Minijobbers vorliegen oder ein Arbeitsplatz im Betrieb weggefallen sein.

Gesetzlicher Mindestlohn und Tarifvertrag

Und nicht zuletzt: Auch für Minijobs gilt der gesetzliche Mindestlohn. Ist im Betrieb ein Tarifvertrag anwendbar, so haben Minijobber Anspruch auf entsprechende Eingruppierung und Bezahlung, Urlaub und sonstige Ansprüche nach dem Tarifvertrag.

Werbung

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 2.7 (max. 5)  -  3 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#3374

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d3374
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!