wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt suchen 

Deutsches Anwaltsregister

Anwalt gesucht? Anwalt gefunden!

Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Familienrecht | 12.03.2017

Ehescheidung

Scheidung in Berlin

Was Sie über die Scheidung in Berlin wissen sollten

Sie wollen sich in Berlin scheiden lassen. Lesen Sie hier alles Wichtige zur Scheidung in Berlin, den Ablauf einer Scheidung und unter welchen Voraussetzungen eine Ehe geschieden werden kann. Wir informieren über die Scheidungskosten und ob eine Scheidung ohne oder mit nur einem Anwalt möglich ist. Lesen Sie auch welches Gericht in Berlin für Sie bei einer Scheidung zuständig ist: Familiengericht Schöneberg, Familiengericht Tempelhof-Kreuzberg Pankow/Weißensee oder Familiengericht Köpenick. Wir informieren über die Anschriften der Berliner Familiengerichte und erläutern die Verkehrsverbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Werbung

Die Ehe wird als Bund fürs Leben geschlossen. Beendet werden kann sie nur durch ein formelles Scheidungsverfahren vor Gericht, das durch den Antrag eines oder beider Ehegatten in Gang gesetzt wird und an dessen Ende die richterliche Entscheidung über die Auflösung der Ehe steht.

In Berlin und Brandenburg werden jährlich insgesamt über 11.000 Ehen geschieden. Für das Jahr 2015 beziffert das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg die Zahl der Ehescheidungen in Berlin auf 6.427 Ehen. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr, in dem 6.405 Ehen geschieden wurden. Dabei war die Scheidungsrate statistisch am Ende des sechsten und im siebten Ehejahr am höchsten. In knapp der Hälfte der Scheidungsverfahren (44,6 Prozent) hatte das Ehepaar Kinder. Die Trennungsgründe sind vielfältig. Statistisch stellt etwa ein großer Altersunterschied zwischen den Ehegatten ein signifikantes Scheidungsrisiko dar. Auch binationale Ehen sind von einem statistisch hohen Scheidungsrisiko betroffen. In Berlin war bei knapp einem Viertel der Ehescheidungen einer der Ehepartner kein deutscher Staatsangehöriger. Türkische Paare hingegen ließen sich selten scheiden. Lediglich 109 türkische Paare beantragten 2015 die Scheidung.

Kaiser-Wilhelm-GedächtniskircheIn Berlin werden jährlich über 11.000 Ehen geschieden. Viel Arbeit für Berliner Scheidungsanwälte. Foto: Deutsches Anwaltsregister (DAWR)

Scheitern der Ehe

Unter welchen Voraussetzungen eine Ehe geschieden werden kann, regelt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Gemäß § 1565 BGB kann die Ehe geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Die Ehe ist dann gescheitert, „wenn die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht und nicht erwartet werden kann, dass die Ehegatten sie wieder herstellen“. Auf ein Verschulden wie in anderen Rechtssystemen kommt es im deutschen Scheidungsrecht nicht an. Für die Auflösung der Ehe ist es unerheblich, ob der Ehepartner beispielsweise fremdgegangen ist oder wer was falsch gemacht hat.

Wann ist eine Ehe gescheitert?

Es kommt allein auf das Kriterium des Nichtbestehens der Lebensgemeinschaft der Ehegatten an. Das Scheitern der Ehe wird nach Ablauf bestimmter Trennungszeiten gesetzlich vermutet. So wird gemäß § 1566 BGB gesetzlich unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehepartner seit drei Jahren getrennt gelebt haben. Diese dreijährige Trennungszeit ist demnach in der Regel bei der nicht einvernehmlichen Scheidung erforderlich – d.h., wenn einer der Ehepartner die Scheidung beantragt, der andere sich aber nicht scheiden lassen möchte und dem Scheidungsantrag nicht zustimmt.

Sofern beide Ehepartner der Ehe im Rahmen einer einvernehmlichen Scheidung zustimmen, so wird das Scheitern der Ehe bereits nach einem Trennungsjahr unwiderlegbar vermutet. Dazu müssen beide Ehegatten die Scheidung beantragen oder der eine Ehegatte dem Scheidungsantrag des anderen zustimmen.

Werbung

Die Trennungszeit

Für die gesetzliche Vermutung des Scheiterns der Ehe ist die Trennung der Ehegatten erforderlich. Gemeint ist die räumliche Trennung der Partner voneinander. Sie leben getrennt voneinander - in verschiedenen Wohnungen oder zumindest räumlich getrennt in der bisherigen gemeinsamen ehelichen Wohnung. Die Ehegatten müssen in der Trennungszeit strikt voneinander getrennte räumliche Bereiche bewohnen. Es darf keine gemeinsame Lebensführung mehr vorliegen. Jeder muss seinen Haushalt alleine führen, getrennt voneinander kochen und essen, es darf keine gemeinsame Haushaltskasse geführt werden, und die Freizeit verbringt jeder Ehegatte ohne den anderen.

Dabei kann die Trennungszeit durchaus für kurze Versöhnungsversuche unterbrochen werden. Bis zu drei Monate können die Ehepartner während der Trennungszeit wieder zusammenleben, ohne dass die Trennungszeit unterbrochen würde.

Nach Ablauf der Trennungszeit gilt die gesetzliche Vermutung des Scheiterns der Ehe. Nach einer Trennungszeit von drei Jahren kann also der Ehepartner, der sich nicht scheiden lassen will, die Scheidung nicht mehr verhindern, da die Ehe rechtlich als gescheitert gilt, ohne dass er dies widerlegen kann.

Home-OfficeDas Amtsgericht Köpenick für Familiensachen ist seit dem 01.03.2016 für Scheidungen in seinem eigenen Gerichtsbezirk zuständig. Foto: Deutsches Anwaltsregister (DAWR)

Werbung

Verzicht auf Trennungszeit in Härtefällen

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Dies gilt auch für das Scheidungsrecht, das Ausnahmen von der erforderlichen Trennungszeit für eilbedürftige Härtefälle vorsieht. Gemäß § 1565 Absatz 2 BGB kann die Ehe bereits vor Ablauf eines Trennungsjahres geschieden werden, wenn „die Fortsetzung der Ehe für den Antragsteller aus Gründen, die in der Person des anderen Ehegatten liegen, eine unzumutbare Härte darstellen würde“. Eine solche Härtefallscheidung wegen einer in der Person des Antragsgegners liegenden unzumutbaren Härte ist beispielsweise bei Gewalt in der Ehe möglich, bei schwerem Alkoholmissbrauch oder Vergewaltigung des Ehepartners. Die Härtefallscheidung ist ein Ausnahmetatbestand für besonders gravierende Fälle und wird von den Familiengerichten zurückhaltend angewandt.

Keine Scheidung bei Vorliegen der Härteklausel

Auf der anderen Seite sieht das Scheidungsrecht auch eine Härteklausel für besondere Sachverhalte, in denen die Scheidung der Ehe trotz Ablauf der Trennungszeit für einen der Ehepartner aufgrund außergewöhnlicher Umstände eine schwere Härte darstellen würde oder die Aufrechterhaltung der Ehe im Interesse gemeinsamer minderjähriger Kinder aus besonderen Gründen ausnahmsweise notwendig ist, vor. Diese Härteklausel ist aber nur in besonders gravierenden Ausnahmefällen anwendbar – etwa wenn ein Ehepartner im Sterben liegt und dem anderen das Warten zumutbar ist.

Die Scheidung – Trennung und Scheidungsantrag

Die Einleitung der Scheidung erfordert als ersten Schritt demnach die faktische Trennung der Ehepartner. Das ist ein rein tatsächlicher Akt, der durch die räumliche Trennung voneinander eingeleitet wird und keinerlei juristischer Erklärungen oder Anträge bedarf. Jeder geht seiner Wege und beendet die gemeinsame Lebensführung in allen Bereichen.

Nach Ablauf der erforderlichen Trennungszeit folgt ein juristischer Schritt: Die Scheidung der Ehe ist beim örtlich zuständigen Familiengericht zu beantragen. Der Scheidungsantrag muss durch einen Rechtsanwalt gestellt werden. Eine Scheidung ohne Anwalt ist nicht möglich. Es herrscht Anwaltszwang. Zumindest der Ehepartner, der die Scheidung beantragt, muss anwaltlich vertreten sein. Der Scheidungsanwalt reicht den Scheidungsantrag für seinen Mandanten ein. In Berlin gibt es eine Vielzahl versierter Anwälte für Familienrecht und spezialisierter Scheidungsanwälte.

Home-OfficeDas Familiengericht Tempelhof-Kreuzberg befindet sich im Halleschen Ufer 62, in 10963 Berlin, und ist örtlich zuständig für alle Amtsgerichtsbezirke mit Ausnahme der Amtsgerichtsbezirke Köpenick, Mitte, Pankow/Weißensee, Tiergarten, Wedding und Schöneberg. Foto: Deutsches Anwaltsregister (DAWR)

Die zuständigen Familiengerichte in Berlin

Welches Gericht in Berlin für die Scheidung zuständig ist, bemisst sich nach dem Wohnort der Ehegatten. Für die Scheidungsverfahren Berliner Ehepaare sind die Familiengerichte Tempelhof-Kreuzberg, Pankow-Weißensee und Köpenick zuständig. Das Familiengericht Schöneberg ist für internationale Fälle, die aufgrund internationalen Rechts in Deutschland geschieden werden, zuständig.

Berliner Bezirke - Wikimedia Commons, TUBS

Amtsgericht Schöneberg für Familiensachen
AnschriftGrunewaldstraße 66/67
10823 Berlin
Telefon(030) 90159 - 0Fax(030) 90159 - 429
Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:M46N7 Grunewaldstr.

Das Amtsgericht Schöneberg für Familiensachen ist für Scheidungen von Berlinern zuständig, die in folgenden Gerichtsbezirken wohnen*:

  • Amtsgericht Schöneberg

Der Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Schöneberg umfasst den Bezirk Steglitz-Zehlendorf (Steglitz, Lichterfelde, Lankwitz, Zehlendorf, Dahlem, Nikolassee und Wannsee) und den ehemaligen Bezirk Schöneberg (heutige Ortsteile Schöneberg und Friedenau).

*In Verfahren auf Scheidung oder Aufhebung der Ehe ist der gemeinsame Aufenthaltsort der Ehegatten oder der Aufenthalt des Ehegatten mit Kindern, notfalls der Aufenthaltsort des Antragsgegners maßgeblich.

Familiengericht Pankow/Weißensee
AnschriftKissingenstraße 5-6
13189 Berlin
Telefon(030) 90245 - 0Fax(030) 90245 - 140
Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:250255N50 Lohmestr.

Das Familiengericht Pankow/Weißensee ist für Scheidungen von Berlinern zuständig, die in folgenden Gerichtsbezirken wohnen*:

  • Amtsgericht Mitte
  • Amtsgericht Pankow/Weißensee
  • Amtsgericht Tiergarten
  • Amtsgericht Wedding

Das Amtsgericht Mitte ist zuständig für die Ortsteile Mitte, Prenzlauer Berg und Tiergarten, wohingegen das Amtsgericht Pankow/Weißensee für die Ortsteile Weißensee, Blankenburg, Heinersdorf, Karow, Stadtrandsiedlung Malchow, Pankow, Blankenfelde, Buch, Französisch Buchholz, Niederschönhausen, Rosenthal, Wilhelmsruh zuständig ist.

Die Zuständigkeit des Amtsgericht Tiergarten beschränkt sich auf die Ortsteile Hansaviertel, Moabit und Tiergarten und die des Amtsgericht Wedding auf die Ortsteile Frohnau, Heiligensee, Hermsdorf, Lübars, Waidmannslust, Märkisches Viertel, Wittenau, Konradshöhe, Tegel, Reinickendorf, Wedding und Gesundbrunnen.

*In Verfahren auf Scheidung oder Aufhebung der Ehe ist der gemeinsame Aufenthaltsort der Ehegatten oder der Aufenthalt des Ehegatten mit Kindern, notfalls der Aufenthaltsort des Antragsgegners maßgeblich.

Familiengericht Tempelhof-Kreuzberg
AnschriftMöckernstraße 130
10963 Berlin
Telefon(030) 90175-0FaxFax: (030) 90175-711
Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:S1S2S25 Anhalter BahnhofU1U7 MöckernbrückeM29M41 S-Bhf. Anhalter Bahnhof

Das Familiengericht Tempelhof-Kreuzberg ist für Scheidungen von Berlinern zuständig, die in folgenden Gerichtsbezirken wohnen*:

  • Amtsgericht Charlottenburg
  • Amtsgericht Lichtenberg
  • Amtsgericht Neukölln
  • Amtsgericht Spandau
  • Amtsgericht Kreuzberg
  • Amtsgericht Schöneberg

Das Amtsgericht Charlottenburg ist für die Ortsteile Charlottenburg, Charlottenburg Nord, Westend, Grunewald, Halensee, Wilmersdorf und Schmargendorf zuständig.

In die Zuständigkiet des Amtsgericht Lichtenberg fallen die Ortsteile Alt-Hohenschönhausen, Falkenberg, Fennpfuhl, Friedrichsfelde, Karlshorst, Lichtenberg, Malchow, Neu-Hohenschönhausen, Rummelsburg und Wartenberg, wohingegen das Amtsgericht Neukölln für die Ortsteile Britz, Buckow, Neukölln und Rudow zuständig ist.

Das Amtsgericht Spandau ist für den gesamten Verwaltungsbezirk Spandau, mit den Ortsteilen Kladow, Gatow, Wilhelmstadt, Spandau, Staaken, Falkenhagener Feld, Hakenfelde, Haselhorst und Siemensstadt zuständig, wie das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg für die Ortsteile Tempelhof, Kreuzberg und Friedrichshain zuständig ist.

Der Gerichtsbezirk (Zuständigkeit) des Amtsgericht Schöneberg umfasst den Bezirk Steglitz-Zehlendorf mit den Ortsteilen Steglitz, Lichterfelde, Lankwitz, Zehlendorf, Dahlem, Nikolassee und Wannsee, sowie den ehemaligen Bezirk Schöneberg mit den Ortsteilen Schöneberg und Friedenau.

*In Verfahren auf Scheidung oder Aufhebung der Ehe ist der gemeinsame Aufenthaltsort der Ehegatten oder der Aufenthalt des Ehegatten mit Kindern, notfalls der Aufenthaltsort des Antragsgegners maßgeblich.

Amtsgericht Köpenick für Familiensachen
AnschriftMandrellaplatz 6
12555 Berlin
Telefon(030) 90247-0Fax(030) 90247-200
Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:S3 KöpenickX69164269 Bahnhofstr./Seelenbinderstr.169 Mandrellaplatz6061626368 Bahnhofstr./Seelenbinderstr.

Das Amtsgericht Köpenick für Familiensachen ist für Scheidungen von Berlinern zuständig, die in folgenden Gerichtsbezirken wohnen*:

  • Amtsgericht Köpenick

Der (Amts-)Gerichtsbezirk Köpenick entspricht dem Verwaltungsbezirk Treptow-Köpenick mit den Ortsteilen Adlershof, Altglienicke, Alt-Treptow, Baumschulenweg, Bohnsdorf, Friedrichshagen, Grünau, Johannistal, Köpenick, Müggelheim, Niederschöneweide, Oberschöneweide, Plänterwald, Rahnsdorf und Schmöckwitz.

*In Verfahren auf Scheidung oder Aufhebung der Ehe ist der gemeinsame Aufenthaltsort der Ehegatten oder der Aufenthalt des Ehegatten mit Kindern, notfalls der Aufenthaltsort des Antragsgegners maßgeblich.

Erforderliche Unterlagen für das Scheidungsverfahren

Im gerichtlichen Scheidungsverfahren müssen beide Ehepartner einen gültigen Lichtbildausweis (Personalausweis oder Reisepass) und die Heiratsurkunde im Original oder in beglaubigter Abschrift vorlegen. Bei minderjährigen Kindern müssen deren Geburtsurkunden im Original oder in beglaubigter Abschrift vorgelegt werden.

Anträge zu den Scheidungsfolgen

Neben der Auflösung ihrer Ehe müssen sich die Ehepartner bei einer Scheidung mit ihren Finanzen auseinandersetzen. Die Vermögen sind voneinander zu trennen, gemeinsame Vermögenswerte aufzuteilen und Zahlungsansprüche geklärt werden. Die Vermögensauseinandersetzung und Klärung der gegenseitigen Zahlungsansprüche kann einvernehmlich oder durch eine Entscheidung des Gerichts erfolgen. Eine solche gerichtliche Regelung muss der jeweilige Anspruchsinhaber ausdrücklich durch seinen Rechtsanwalt für Familienrecht bei Gericht beantragen. Von Amts wegen führt das Gericht lediglich den Versorgungsausgleich durch.

Der Versorgungsausgleich

Der Versorgungsausgleich ist die Aufteilung der während der Ehezeit erworbenen Anwartschaften auf Versorgungen und Ansprüche auf laufende Versorgungen wegen Alters oder verminderter Erwerbsfähigkeit – grob gesagt also der Rentenausgleich. Grundsätzlich werden die während der Ehe entstandenen Rentenansprüche zur Hälfte zwischen den Ehepartner aufgeteilt, um unterschiedliche Einkommen während der Ehe und die daraus resultierenden unterschiedlichen Rentenansprüche auszugleichen.

Den Versorgungsausgleich können die Ehepartner allerdings auch abweichend davon durch Vertrag selbst regeln. Sie können auch vereinbaren, auf den Versorgungsausgleich zu verzichten.

Die Zugewinngemeinschaft

Haben die Ehepartner in Zugewinngemeinschaft gelebt (die Zugewinngemeinschaft gilt, wenn die Ehepartner keine andere Vereinbarung durch Ehevertrag geschlossen haben), müssen die Ehepartner den Zugewinn, der während der Ehe entstanden ist, ausgleichen. Dabei wird die Differenz des jeweiligen Endvermögens der einzelnen Partner bei Scheidung und dem Anfangsvermögen bei Eingehen der Ehe miteinander verglichen und die Hälfte der Differenz an den Ehegatten mit dem geringeren Zugewinn ausgezahlt.

Unterhalt und sonstige finanzielle Scheidungsfolgen

Weitere Scheidungsfolgen, die von den Ehepartnern einvernehmlich geregelt oder bei Antrag eines Ehepartners durch das Gericht entschieden werden, sind folgende Scheidungsfolgesachen:

Einem der Ehepartner kann Trennungs- und Nachehelichenunterhalt zustehen. Es muss entschieden werden, wer die Ehewohnung endgültig übernimmt – was mit der Trennung in den meisten Fällen bereits vorläufig geregelt wird. Ferner muss der Hausrat untereinander aufgeteilt werden.

Gemeinsame Kinder: Umgangsrecht, Sorgerecht, Kindesunterhalt

Bei gemeinsamen Kindern ist zu regeln, bei wem die Kinder künftig wohnen, wer das Sorgerecht ausübt und wie die Umgangsrechte der Eltern gestaltet werden. Grundsätzlich üben die Eltern das Sorgerecht für ihre gemeinsamen Kinder auch nach der Scheidung gemeinsam aus. Auch steht beiden Elternteilen grundsätzlich das Recht auf Umgang mit den Kindern zu gleichen Anteilen zu. Gerade was die Modalitäten des Aufenthalts der Kinder und des Umgangs mit ihnen angeht, besteht aber häufig detaillierter Regelungsbedarf, damit jeder Elternteil zu seinem Recht kommt. In vielen Fällen wird der Aufenthalt der Kinder zwischen den Eltern genau geteilt – etwa im Wochenwechsel und unter Berücksichtigung von Ferienzeiten, so dass beide Elternteile gleich viel von ihren Kindern haben.

Das Familiengericht kann den gewöhnlichen Aufenthalt der Kinder sowie das Umgangs- und Sorgerecht auf Antrag unter bestimmten Voraussetzungen auch gegen den Willen des anderen Elternteils bestimmen.

Regelungsbedürftig ist ferner der zu zahlende Kindesunterhalt unter Berücksichtigung des Kindergeldes.

Die Scheidungsfolgenvereinbarung

Die Scheidungsfolgen können die Ehepartner auch einvernehmlich ohne das Familiengericht in einer Scheidungsfolgenvereinbarung verbindlich regeln. Dabei ist immer an die gesetzlichen Formvorschriften wie die zwingende notarielle Beurkundung bei Regelungen zum Versorgungsausgleich oder Vereinbarungen über Immobilien zu denken. Dabei ist die Beratung durch einen Anwalt für Familienrecht empfehlenswert.

Die Scheidungskosten

Für das gerichtliche Scheidungsverfahren fallen Prozesskosten an. Das sind die Anwaltskosten der Scheidung und die Gerichtskosten. Die gesetzlichen Anwalts- und Gerichtskosten bemessen sich nach dem Streitwert des Ehescheidungsverfahrens, welchen das Familiengericht festsetzt. Der Streitwert wird maßgeblich aus dem Nettoeinkommen der Ehegatten gebildet, nämlich aus der Summe dreier Nettomonatseinkommen beider Ehepartner. Dabei soll der Streitwert nicht unter 3.000 Euro liegen und 1.000.000 Euro nicht überschreiten.

Unterhaltszahlungen für minderjährige Kinder werden einkommensmindernd berücksichtigt. Pro Kind werden pauschal 250 Euro vom Nettoeinkommen abgezogen.

Das Vermögen der Ehepartner kann streitwerterhöhend berücksichtigt werden. Viele Familiengerichte berücksichtigen das Vermögen dergestalt, dass sie 5 % des Vermögens beider Ehepartner in den Streitwert mit einbeziehen. Eine solche Einbeziehung erfolgt allerdings erst bei Überschreiten des Freibetrags von ca. 15.000 Euro pro Ehegatten zuzüglich eines weiteren Freibetrags von ca. 7.500 Euro pro Kind.

Wenn das Gericht den Versorgungsausgleich durchführt, so wirkt sich auch dies erhöhend auf den Streitwert des Scheidungsverfahrens aus. Pro zu regelnder Anwartschaft werden 10 % des dreifachen monatlichen Nettoeinkommens der Ehepartner zum Streitwert hinzugesetzt.

Die einvernehmliche Scheidung

Die Ehepartner können sich einvernehmlich scheiden lassen. Die einvernehmliche Scheidung hat den Vorteil, dass das Scheitern der Ehe bereits nach einer Trennungszeit von einem Jahr vermutet wird. Der Scheidungsantrag kann sogar bereits nach zehn Monaten gestellt werden, so dass das Trennungsjahr am Tag der Hauptverhandlung vor dem Familiengericht vollendet ist.

Bei der einvernehmlichen Scheidung müssen beide Ehegatten die Scheidung begehren. Der Scheidungsantrag kann dann durch den Scheidungsanwalt des einen Ehegatten gestellt werden. Der andere Ehepartner kann dem Antrag zustimmen, ohne selbst einen Anwalt beauftragen zu müssen.

Auf diese Weise lassen sich also die Anwaltskosten auf die Hälfte reduzieren, da nur ein Anwalt beauftragt werden braucht. Die Scheidungskosten können sich die Ehepartner teilen.

Allerdings müssen sich die Ehepartner bei der einvernehmlichen Scheidung ohne das Familiengericht über alle Scheidungsfolgen einig werden. Bei Streitigkeiten, juristischem Unwissen eines Ehepartners und ungleichen Vermögensverhältnissen kann dies einen sehr großen Nachteil für den „schwächeren“ Ehepartner darstellen. Ob eine einvernehmliche Scheidung wirklich mit allen finanziellen Konsequenzen vorteilhaft ist oder nicht doch lieber eine streitige Scheidung durchgeführt werden sollte, sollte sich jeder Ehepartner gut überlegen und sich im Zweifel durch einen Rechtsanwalt für Familienrecht in Berlin beraten lassen. Eine einvernehmliche Scheidung danach – nach ausführlicher anwaltlicher Beratung – immer noch möglich.

Anwalt für Scheidung in Berlin

Wollen Sie sich in Berlin scheiden lassen und sind auf der Suche nach einem Anwalt für Scheidungsrecht in Berlin, dann können Sie einen Rechtsanwalt hier im Deutschen Anwaltsregister (DAWR) finden: Anwalt für Scheidungsrecht in Berlin

Liste von Rechtsanwälten für Scheidung in Berlin

An diese Rechts­anwälte und Rechts­anwalts­kanzleien können Sie sich wenden, wenn Sie einen Anwalt für Scheidung in Berlin suchen:

Anwälte aus Berlin

Die Liste der hier genannten Rechts­anwälte und Rechts­anwalts­kanzleien ist als Empfehlung zu verstehen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viele weitere Rechts­anwälte und Rechts­anwalts­kanzleien, an die Sie sich wenden können, wenn Sie sich in Berlin scheiden lassen möchten, siehe z.B.: Anwalt für Scheidungsrecht in Berlin

Quelle: DAWR/we/pt

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 4.7 (max. 5)  -  3 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!
Rechtsanwalt Ulf Böse

Konsumenten­kredite

Der Widerrufs­joker bei Konsumenten­krediten

RechtsanwaltUlf Böse

[28.04.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDer Widerrufs­joker findet derzeit große Beachtung, weil er Verbrauchern dabei hilft, teure Immobilien­kredite loszuwerden, wobei der wirtschaftliche Vorteil aus dem Widerruf regelmäßig im fünfstelligen Bereich liegt. Weitestgehend unbeachtet blieb bislang die Tatsache, dass auch alle anderen Darlehen (Konsumenten­kredite), die keine Immobilien finanzieren, widerrufen werden können.

Rechtsanwalt Peter Hahn

Darlehens­verträge

Kreis­parkasse Esslingen-Nürtingen zur Rück­abwicklung eines neueren Darlehens­vertrags verurteilt

RechtsanwaltPeter Hahn

[27.04.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDas Landgericht Stuttgart hat mit Urteil vom 10. April 2017 erneut eine Sparkasse zur Rück­abwicklung eines sogenannten Neu­vertrages verurteilt.

Rechtsanwalt Dr. Martin Heinzelmann

Bauspar­vertrag

Bauspar­kassen dürfen nicht alle Bauspar­verträge per se kündigen

RechtsanwaltDr. Martin Heinzelmann

[26.04.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBauspar­vertrag gekündigt? Bauspar­kunden der Wüstenrot, LBS u.a. Bauspar­kassen aufgepasst! Die Urteile des Bundes­gerichts­hofs in Sachen gekündigter Bauspar­verträge vom 21. Februar 2017 (XI ZR 272/16 und XI ZR 185/16) schienen auf den ersten Blick – der damaligen Presse­mitteilung des BGH folgend – eindeutig.

Rechtsanwalt Robert Binder

Branchenbuchabzocke

gelbesbranchenbuch.com: GBB Ltd. mit „Gelbes Branchenbuch“ wieder auf Kundenfang

RechtsanwaltRobert Binder

[26.04.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie GBB Ltd. ist mit „Gelbes Branchenbuch“, das auf der Webseite gelbesbranchenbuch.com erscheint, auf Kundenfang. Wer als Gewerbetreibender nicht aufpasst, läuft hier in eine Vertragsfalle, die insgesamt mindestens 2.340,- Euro netto kostet.

Bearbeitungs­gebühren

Bauspar­kassen müssen Bearbeitungs­gebühren zurück­erstatten

RechtsanwältinElke Schubert

[25.04.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDas Bau­spar­darlehen, das fast jeder Häusleb­auer abgeschlossen hat, ist wegen Gebühren, in die rechtliche Kritik geraten.

Rechtsanwalt Arthur R. Kreutzer

Insolvenz

Insolvenz­verfahren der German Pellets GmbH ist eröffnet - Masse­unzulänglichkeit liegt vor

RechtsanwaltArthur R. Kreutzer

[24.04.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternAm 1. Mai wurde das reguläre Insolvenz­verfahren über die German Pellets GmbH am Amtsgericht Schwerin eröffnet (Az. 580 IN 64/16).

Rechtsanwalt Florian Hitzler

Abmahnung

Achtung Abmahnung durch den VDAK – Möglichkeiten der Händler

RechtsanwaltFlorian Hitzler

[21.04.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssterneBay-Händler müssen aufpassen. Derzeit mahnt der VDAK, Verein Deutscher und Ausländischer Kaufleute e.V., Händler wegen vermeintlichen Verstößen gegen Garantie­bedingungen ab und fordert die Abgabe einer straf­bewehrten Unterlassungs­erklärung.

Rechtsanwalt Dr. Martin Heinzelmann

Darlehens­widerruf

„Ewiges Widerrufs­recht“: Darlehens­verträge der Waiblinger Kreis­spar­kasse und anderer Sparkassen auch heute noch widerrufbar

RechtsanwaltDr. Martin Heinzelmann

[20.04.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternTop-Chance für Darlehens­nehmer der Waiblinger Kreis­spar­kasse (und anderer Sparkassen bundesweit): Bei Baudarlehen, die zwischen dem 11.06.2010 und dem 20.03.2016 bei der Kreis­spar­kasse Waiblingen und bei anderen Sparkassen geschlossen wurden, kann auch heute häufig noch ein sogenanntes „ewiges Widerrufs­recht“ bestehen!

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d3710
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!

Jetzt Fan bei Facebook werden und mit dem
Deutschen Anwaltsregister
immer auf dem Laufenden bleiben!

Ich bin schon Fan.